Druckschrift 
25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
649
Einzelbild herunterladen
 

6L9

erinnern sollten, wie sogar Damen von hohem Stande wegensolcher Anklagen in's Gefängniß mußten. Sie wurden abersämmtlich milde behandelt Lady Ogilvy, Lady Mac Jntosh,Flora Macdonald und alle Uebrigen. Ohne Zweifel weißdieser Herr, was er thut, und hat Gewißheit erhalten, daßdie Dame außer Gefahr ist; Ihr müßt Euch deßhalb duckenund die Welle über Euch hinfahren lassen, wie wir zu sagenPflegen."

Folgt mir also, ihr Herren," sagte Gideon,ich will euchzur jnngen Dame führenwährend im starken Ausdruck sei-ner Gesichtszüge sich die Aufregung kund gab, die er imVoraus über das Unglück empfand, welches er zu veranlassenim Begriff stand, führte er die Herren über eine kleine Treppe,öffnete eine Lhüre und sagte zu Mongada, der ihm zunächstgefolgt war.Dies ist Eurer Tochlex einziger Zufluchtsort,worin sie zu beschützen ich, ach! zu schwach bin. Trete ein,Herr, wenn Euer Gewissen es Euch erlaubt."

Der Fremde warf ihm einen mürrischen Blick zu, und esschien, als wünsche er, daß er durch denselben die Machtder fabelhaften Basilisken üben könne. Alsdann trat ermit stolzem Schritte in das Gemach; Lawford und Grayfolgten in einiger Entfernung, und der Staatöbote blieb inder Thüre stehen. Die unglückliche junge Dame hatte denLärm vernommen und die Ursache nur zu richtig crrathen;vielleicht hatte sie sogar die Fremden gesehen, als dieselbenaus dem Wagen stiegen. Als sie in das Zimmer traten, lagsie vor einem Lehnstuhl auf den Kniecn und ihr Gesicht warmit einer seidenen Maske verhüllt. Der Mongada genannteMann sprach nur ein einziges Wort aus; nach dem Toneschien dasselbe Elende zu bedeuten, Niemand aber konntees verstehen. Die Dame fuhr krampfhaft zusammen, wie ein