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25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
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Unser Doctor begann zuletzt zu argwöhnen, sein schönerGast sei eine Jüdin, welche einem Manne von verschiedenerReligion ihre Person und ihre Liebe hingegeben habe; diebesondere Form ihres schönen Antlitzes bestärkte ihn in dieserMeinung. Der Umstand machte bei Gray keinen Unterschied,welcher nur ihr Unglück und ihren verlassenen Zustand imAuge hatte, und soviel es in seiner Gewalt stand, beiden ab-zuhelfen suchte. Er wünschte denselben jedoch vor seiner Frauund der übrigen Umgebung der Kranken zu verbergen, derenKlugheit und freisinnige Denkungsweise mit mehr Recht be-zweifelt werden konnten. Er traf deßhalb hinsichtlich ihrerNahrung solche Anordnung, daß sie weder Anstoß nehmennoch Argwohn erregen konnte, wenn ihr irgend eine vommosaischen Gesetz verbotene Speise gereicht würde; in anderenHinsichten als denjenigen, welche ihre Gesundheit oder ihreBequemlichkeiten betrafen, kam er mit ihr in wenig Be-rührung.

Der Zeitraum ging vorüber, innerhalb dessen die Rückkehrdes Fremden zu dem Flecken von seiner weiblichen Gefährtinso ängstlich erwartet wurde. Die durch sein Ausbleiben ver-eitelte Hoffnung äußerte sich bei der Genesenden durch Un-ruhe, die zuerst mit Aerger, nachher mit Zweifel und Furchtgemischt war. Als zwei oder drei Tage ohne Botschaft oderBrief irgend einer Art vorüber waren, wurde Gray selbstsowohl um seinetwillen, als wegen der armen Dame besorgt,daß der Fremde wirklich den Gedanken gehegt habe, diesesschutzlose und wahrscheinlich schwer verletzte Weib zu verlassen.Er wünschte mit ihr eine Unterredung zu halten, wodurch erin Stand gesetzt wäre, zu beurtheilcn, welche Erkundigungenman anstellen könne, oder was sich sonst am besten thun lasse.

Das gefährd Schloß u. and. Erzähl. 41