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wenn Ihr aber mit mir nächsten Sonnabend eine SchüsselKohl verspeisen wollt, so will ich Euer Werk durchlesen, ob-gleich ich sicherlich kein paffender Richter für solche Sachenbin." Mit diesem Versprechen nahm ich vergnügt von ihmAbschied, wobei ich mir beinahe einredete, daß der phlegma-tische Jurist, wenn er einmal das Produkt meiner nächtlichenStudien zu lesen angefangen habe, das Buch nicht werdeweglegen können, als bis er dessen Ende erreicht habe; auchwerde cs ihn sogleich nach Beendigung der letzten Seite zueiner Unterredung mit dem Verfasser drängen.
Jndeß zeigten sich keine solche Zeichen der Ungeduld. DieZeit, stumpf oder scharf, wie meine Freundin Johanna sagt,schnell oder langsam, vollbrachte ihren Lauf; am festgesetztenSonnabend befand ich mich rechtzeitig an der Thüre, als dieUhr vier schlug. Die Zeit zum Mittagessen wurde zwar umfünf Uhr pünktlich eingehalten, ich konnte jedoch nicht wissen,ob sich mein Freund etwa eine halbe Stunde mit mir vorherunterreden wolle. Ich wurde in ein leeres Damenzimmergeführt, und hatte nach dem hastig verlassenen Nadelkissenund Arbeitskorb einigen Grund zu der Vermuthung, daß ichmeine kleine Freundin Miß Catie bei einer mehr rühmlichenals eleganten häuslichen Arbeit unterbrochen habe. In die-ser kritischen Zeit muß nämlich die kindliche Liebe sich in ei-nem Gemache verstecken, wenn sie ihres Vaters Wäsche aus-befsern will. Bald darauf erlangte ich eine noch vollereUeberzeugung, daß ich mich zu früh eingedrängt habe, denneine Magd kam herein, um den Korb wegzunehmen und mei-nen Artigkeiten einen rothgrünen Herrn in einem Käfig zuempfehlen, welcher alle meine Höflichkeiten durch das Gekrächzerwiderte: „Ihr seid ein Narr — ich sage Euch, Ihr seid einDas geführt. Schloß u, and. Erzähl. 39