schicklichkeit. Denn der Hochländer, bei Viehzucht aufgezogen,ist wie ein Fürst unter den Heerden, und seine natürlichenGewohnheiten verleiten ihn, das träge Leben des Schäfers zuverachten, so daß er sich niemals mehr heimisch fühlt, alswenn er einem prächtigen Schwarm seines vaterländischenRindviehs als dessen Hüter und Beschützer folgt.
Unter denen, welche Dounc am Morgen und in der be-schriebenen Absicht verließen, fand sich kein hochländischerBursch, welcher kecker seine Mütze aufsetztc, oder seine gewür-felten Strümpfe unter dem Knie über einem paar schönererBeine mit den Strumpfbändern umschlang, als Rodin OigMac Combich, gewöhnlich Robin Oig, d- h. junger oder klei-ner Robin, genannt. Obgleich klein von Gestalt, wie dasBeiwort Oig bezeugt, und mit nicht sehr starken Gliedernbegabt, war er leicht und flink wie der Hirsch seiner Berge-Er besaß eine Elastizität des Schrittes, wegen welcher man-cher stärkere Bursch auf einem langen Marsche ihn beneidete.Die Weise, wie er seinen Mantel in Falten warf und seineMütze aufsetzte, bezeugte das Bewußtsein, daß ein so hüb-scher Hochländer, wie er, nicht unbemerkt unter den Mädchendes Niederlandcs erscheinen würde. Die gefärbte Wange, dierothen Lippen und weißen Zähne schmückten ein Antlitz, wel-ches dem Wetter häufig ausgeseßt, dadurch eher eine gesundeund männliche als rauhe Gesichtsfarbe erlangt hatte. WennNobin Oig nicht häufig lachte oder nicht einmal lächelte, wiedieß bei seinen Landsleuten auch ungewöhnlich ist, so strahltedagegen sein Helles Auge unter seiner Mütze von dem ge-wöhnlichen Ausdruck der Heiterkeit, welche leicht in Munter-keit übergehen konnte-
Die Abreise Robins war ein Ereigniß in der kleinen Stadt,in welcher und in deren Nähe er sehr viele männliche und