527
dennoch in dem Augenblick unmöglich sagen können, zu wel-chem Verfahren er sich bestimmt entschlossen habe. Nur übereinen Punkt war er entschieden, nämlich sein Schicksal zuerwarten, von welcher Art es auch sein mochte, und denBruch seines Wortes, dessen er sich unwillkürlich schuldig ge-macht hatte, nicht dadurch zu erschweren, daß er noch einenVersuch, um der Strafe zu entgehen, hinzufügte. Er erkannte,daß dieß Verfahren der Selbstaufopferung seiner eigenen Ehre,sowie der seiner Landsleute gebühre- Welchem seiner Kame-raden würde man jetzt noch trauen, könnte man ihn als einenWortbrüchigen betrachten, welcher das Vertrauen seiner Offi-ziere getäuscht habe? Werden nicht die Galen Hamish BeanMac Tavish anklagen, daß er den Argwohn bestätigt habe,welchen der sächsische General, wie man wußte, gegen dieZuverlässigkeit der Hochländer hegte? Er war deßhalb festentschlossen, sein Schicksal zu erwarten, ob er aber die Ab-sicht hegte, sich der zu seiner Verhaftung abgesandten Abthei-lung friedlich zu überliefern, oder aber dieselbe durch schein-baren Widerstand zu seiner augenblicklichen Tödtung aufreizenwollte, war eine Frage, welche er sich selbst nicht hätte beant-worten können. Sein Wunsch, Barcaldine zu sehen und dieUrsache seiner Abwesenheit zur festgesetzten Zeit ihm darzu-legcn, trieb ihn zu dem einen Verfahren Hinz seine Furchtvor beschimpfender Strafe und vor den bittern Vorwürfenseiner Mutter reizten ihn stark zu letzterem und gefährlicheremZwecke. Er überließ cs dem Zufall, wenn die Entscheidungkommen würde, auch trat die erwartete Katastrophe bald fürihn ein.
Der Abend nahte, die riesenhaften Schatten der Bergeströmten dunkel nach Osten, während ihre westlichen Gipfel inScharlach und Gold erglänzten. Die Straße, welche sich