525
Mit einer krankhaften Bewegung, welche Furcht und AbscheuauSdrnckte, stieß er ihn aber zurück.
»Mein Sohn," sagte sie, dießmal habt Ihr gewiß keineUrsache zur Furcht."
»Drängt mich nicht, Mutter," erwiderte Hamish, »oderthut Gift in eine Flasche, dann will ich trinken; nicht aberwill ich aus diesem verruchten Becher und von jenem dieSeele zerstörenden Tranke kosten."
„Wie es Euch beliebt, mein Sohn," sagte Elspat mitStolz, und begann mit vieler scheinbaren Emsigkeit die ver-schiedene häusliche Arbeit, welche während des vergangenenTages unterbrochen worden war. Was sie auch auf demHerzen haben mochte, alle ihre Angst schien aus ihrem Blickeund Benehmen verbannt, nur aus der übertriebenen Thätig-keit geräuschvoller Anstrengungen hätte ein schärferer Beob-achter erkennen können, daß ihre Handlungen durch eine in-nere Ursache peinlicher Aufregungen bedingt waren; ein sol-cher Zuschauer hätte auch bemerken können, daß sie oft dieStellen ihrer Lieder, die sie leise vor sich hin sang, offenbarohne zu wissen, was sie that, plötzlich abbrach, um einen ha-stigen Blick aus der Thür der Hütte zu richten. Von welcherArt auch die Stimmung des Hamish sein mochte, so war seinBenehmen ganz das Gegenthcil desjenigen seiner Mutter.Nachdem er seine Waffen gereinigt und in Stand gesetzt hatte,was er in der Hütte ausführte, setzte er sich an die Thüreund überwachte den gegenüberliegenden Berg wie eine Schild-wacht, welche die Annäherung eines Feindes erwartet. DerMittag hatte ihn in derselben unveränderten Stellung gefun-den, als seine Mutter eine Stunde nach dieser Tageszeit ne-ben ihm stehend, die Hand auf seine Schulter legte und mitgleichgültigem Tone, als spreche sie von einem freundschaft-