Ehre! Ich erhielt sie von der tapfern Reihe meiner Vor-fahren, und sie soll weder durch die That eines Mannes, nochdurch die Worte eines Weibes befleckt werden; was ich thunwerde, weiß ich vielleicht noch nicht. Führt mich aber nichtwieder durch Vorwürfe in Versuchung; Ihr habt mir schonWunden geschlagen, die Ihr nicht zu heilen vermögt."
„Gut, mein Sohn," erwiderte Elspat; „erwarte von mirweder Klagen, noch Vorstellungen, sondern lasse uns schwei-gen, und das Schicksal, welches uns der Himmel sendet, er-warten."
Die Sonne erhob sich am nächsten Morgen, und fand dieHütte schweigend wie das Grab; die Mutter und der Sohnwaren aufgestanden und betrieben ihre besonderen Beschäf-tigungen ; Hamish setzte seine Waffen mit der größten Ge-nauigkeit, aber mit dem Ausdruck tiefer Niedergeschlagenheit,in gehörigen Stand. Elspat beschäftigte sich, rastlos in ihrerheftigen Gemüthsbewegung, mit der Bereitung der Nahrung,deren Genuß Beide eine ungewöhnliche Zahl von Stundenwährend ihres gestrigen Schmerzes unterlassen hatten. Siesetzte dieselbe» sobald sie bereitet war, auf den Tisch vorihrem Sohne, mit den Worten des galischen Dichters: „Ohnetägliche Nahrung steht des Landmanns Pflug in der Furchestill, ohne tägliche Nahrung ist das Schwert des Kriegers zu schwerfür seine Hand. Unser Leib ist unser Sclav, allein er muß ge-nährt werden, wenn er seinen Dienst vollbringen soll. So sprachin alten Zeiten der blinde Barde zu den Kriegern von Fion."
Der junge Mann gab keine Antwort, genoß aber die ihmVorgesetzte Nahrung, als wolle er Kraft für das von ihm er-wartete Ercigniß erlangen. Als seine Mutter sah, daß erzur Genüge gegessen hatte, füllte sie wieder den verhängnis-vollen Becher und überreichte ihn am Schluffe der Mahlzeit.