Druckschrift 
25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
437
Einzelbild herunterladen
 

437

eine Compagnie des ersten aufgehobenen hochländischen Regi-mentes in der Schlacht von Fontenoy zum Angriff führte.

Dort fanden sich auch einige ächte Bilder von berühmtenitalienischen und niederländischen Malern, einige Kunstwerkeaus Bronce und andere merkwürdige Dinge, welche ihreBrüder oder sie selbst im Auslande erworben hatten. Kurz-um, es war ein Ort, wo der Müßige zu Studien und derfleißige Gelehrte zur Muße angeregt werden konnte, wo sichfür den Ernsten Stoff zur Erheiterung und für den HeiternStoff zum Ernste vorfand.

Damit jedoch das Zimmer auch auf das Hauptgeschäftder Dame, das Anlegen der Kleidung, hinwies, enthielt eSeinen prächtigen, mit silberner Filigranarbeit eingefaßten Spie-gel, einen schönen Putztisch mit einer Decke von brüffelerSpitzen und einer Reihe von Kästchen, die in Material undArbeit dem Rahmen des Spiegels entsprachen.

Diese Vorrichtung zum Putz diente jedoch allein zur Pa-rade; Frau Martha Bethune Baliol vollbrachte ihre Toilettein einem inneren Zimmer, welches durch eine kleine abgeson-derte Treppe mit ihrem Schlafgemach zusammenhing. Trep-pen der Art befanden sich mehrere im Hause, wodurch dieöffentlichen Gemächer, die sämmtlich in einander ausgingen,noch besondere Zugänge erhielten. In dem kleinen, von unsbeschriebenen Gemach hielt Frau Martha Baliol ihre ausge-wähltesten Gesellschaften. Sie beobachtete frühe Stunden;kam man zu ihr des Morgens, so durfte man nicht erwarten,daß diese Tageszeit sich über drei oder höchstens vier Uhrausdehnte. Diese Gewohnheiten thaten ihren Besuchern eini-gen Zwang an; man wurde aber wieder dadurch ent-schädigt, daß man die beste Gesellschaft und die beste Kundevon Neuigkeiten, welche damals in der schottischen Hauptstadt