Manuskripte wurden sorgfältig aufbewahrt, obgleich eher durchdie Sorgfalt Anderer als durch die meinige, um als nothwen-diges Zeugniß der Wahrheit zu dienen, wenn die Zeit mei-nes Todes eintreten würde. Da jedoch die Angelegenheitenmeiner Buchhändler unglücklicherweise in die Leitung Andererübergingen, so befaß ich nicht länger ein Recht, auf Heimlich-keit zu bestehen; und somit mußte ich, wie Tante Dinah imTristram Shandy, meine Maske, als sie etwas abgetragenam Kinn wurde, gutwillig ablegen, wenn ich nicht wollte, daßsie mir in Fetzen vom Gesichte fiele.
Ich hatte jedoch nicht die geringste Absicht, die Zeit undden Ort zu wählen, wo die Enthüllung geschehen sollte;noch hatte ich eine Verabredung mit meinem gelehrten undgeachteten Freunde, Lord Meadowbank, bei dieser Gelegenheitgetroffen.
Am 23. Februar 1827 wurde die Mittheilung bei einemöffentlichen Gastmahle in Edinburg gemacht. Bevor wir unszu Tische setzten, fragte mich der Lord, ob ich mein Jncognito,hinsichtlich der Waverlcy-Novellen, bewahren wolle. Ich er-kannte nicht sogleich die Bedeutung der Frage, obgleich ichdieselbe mir hätte denken können und erwiderte: Mir sei dieSache gleichgiltig, da das Geheimniß schon so vielen Leutenbekannt geworden sei. Lord Meadowbank wurde dadurch ver-anlaßt, beim Ausbringen meiner Gesundheit etwas über dieErzählungen zu sagen, wobei er dieselben mit mir, als demVerfasser, in solche Verbindung setzte, daß ich durch meinStillschweigen entweder der wirklichen Autorschaft überführt,oder des noch größeren Verbrechens verdächtig hätte werdenmuffen, ich wolle ein Lob mir erringen, auf das ich keinen ge-rechten Anspruch besitze. So wurde ich plötzlich und uner-wartet zum Bekenntniß genöthigt und konnte nur bedenken,