Druckschrift 
25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
332
Einzelbild herunterladen
 

332

gemeinen Witzes, wegen seiner glänzenden Einfälle undglücklichen Antworten berühmt, womit er gelegentlich dieRolle des Spaßmachers in bunter Jacke würzte- EinigeKritiker, deren gute Absicht in Bezug auf den Lieblings-schauspieler größer war, als ihr Urtheil, machten demsel-ben, einem Lieblinge des Publikums, Vorstellungen überseine seltsame Maske. Sie gingen dabei schlau zu Werke,indem sie bemerkten, daß sein klassischer und attischer Witz,sein feiner Humor, seine glücklichen Wendungen des Dia-logs, in gemeiner Weise possenhaft durch diese sinnloseund sonderbare Verkleidung würden; alle seine Eigenschaf-ten würden bei weitem mehr Eindruck erregen, wenn derGeist seines Auges und der Ausdruck seiner natürlichen Ge-fichtszüge denselben zu Hülfe kämen. Die Eitelkeit desSchauspielers wurde in so weit erregt, daß er sich zu einemVersuch verleiten ließ, er spielte den Harlequin ohne Maske,worauf das ganze Publikum der Meinung war, er sei damitdurchgefallen. Er hatte nämlich die Kühnheit, welche ihmdas Bewußtsein seines Jncognito ertheilte, und damit dasganze kecke Spiel seiner Scherze verloren, wodurch seinem ur-sprünglichen Spiel so viel Lebhaftigkeit ertheilt war. Er ver-fluchte seine Rathgeber und nahm wieder seine groteske Maskean; wie aber berichtet wird, vermochte er niemals wieder sichdie sorglose und glückliche Leichtigkeit anzueignen, welche dasBewußtsein der Verkleidung ihm ertheilte.

Vielleicht befindet sich der Verfasser des Waverley jetzt inderselben Gefahr, und setzt seine Beliebtheit dadurch auf'sSpiel, daß er sein Jncognito bei Seite legt. Dieß Verfah-ren ist jedoch nicht bei mir, wie beim Harlequin, freiwillig,denn ich hegte ursprünglich die Absicht, während meines Le-bens, diese Werke niemals anzuerkennen. Die Original-