„Aber, guter Vater," sagte der verwundete Mann, „Ihrwißt das eben so gut, wie Jemand sonst, daß in dieser Ver-sammlung und in dieser Kirche Haufen von Schotten undEngländer einander überwachen, welche hieher gekommen sind,nicht sowohl um die religiösen Pflichten des Tages zu voll-bringen, als in der festen Absicht, einander das Leben zu neh-men und ein neues Beispiel von den Gräßlichkeiten der Fehdenzu geben, welche die beiden äußersten Enden der brittischcnInsel gegen einander führen. Welches Verfahren hat dennein armer Mann, wie ich, dabei zu beobachten? Darf ichnicht gegen die Engländer diese Hand erheben, von der ichnoch glaube, einen ziemlich wirksamen Gebrauch machen zukönnen, oder muß ich zum ersten Mal in meinem Leben denSchlachtruf hören, und meine Waffe vom Kampfe zurückhalten?Mich däucht, das ist für mich sehr schwierig und vielleichtunmöglich; ist cs aber der Wille des Himmels und EuerRath, ehrwürdiger Vater, so muß ich unzweifelhaft Alles nachmeinen Kräften thun, um Euren Weisungen zu folgen, dennIhr besitzt Recht und Anspruch, uns in jeder Verlegenheit,oder wie man es nennt, bei Gewissenszwcifeln zu leiten."
„Ohne Zweifel," sagte der Bischof, „ist es meine Pflicht,wie ich schon sagte, heute keine Gelegenheit zum Blutver-gießen oder zum Friedensbruch zu geben, und ich muß Euchals meinem Beichtenden bei der Wohlfahrt Eurer Seele an-besehlen, daß Ihr keine Gelegenheit zum Kampf oder Blut-vergießen in eigener Person oder durch Aufregung andererPersonen gebet; befolgt Ihr ein anderes Verfahren, so binich überzeugt, daß Ihr eine Sünde begeht, und Euren Pflich-ten zuwider handelt, eben so wie dies von mir in demselbenFalle gelten würde."
Dos gefährl. Schloß u. and. Erzähl.
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