Druckschrift 
25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
293
Einzelbild herunterladen
 

293

angesehen hatte, ihren getreuen Sänger, und beschloß auch so-gleich, die Gesellschaft dieses alten Dieners ihres Hauses undihres Vertrauten zu erreichen, um ihre spätere Vereinigungmit Sir John de Walton unter einer für ihre Sicherheit ge-nügenden Abteilung dem Zufall anheimzugeben; sie hegtenämlich keinen Zweifel, daß ihr Ritter sich alle Mühe gebenwerde, um eine genügende Zahl seiner Leute zu ihrer Bedeckungzusammenzubringen. Somit eilte sie von dem Wege, ausdem sie weiter gingen, hinweg und erreichte den Platz, woBertram mit seinem neuen Bekannten Greenleaf einige Er-kundigung bei englischen Soldaten der Besatzung einzog, dieder Dienst des Tages hieher gebracht hatte.

Lady Augusta de Berkeley hatte mittlerweile eine Gelegen-heit, ihrem treuen Diener und Vertrauten im Geheimen zusagen,thut, als ob Ihr mich nicht kenntet, Freund Bertram,sondern tragt nur Sorge, daß wir wo möglich nicht wiedervon einander getrennt werden."

Als sie dem Sänger den Wink gegeben hatte, bemerktesie, daß derselbe ihn beachtete, sogleich sich umsah und sie an-blickte, als sie langsam, in ihren Pilgermantel gehüllt, sich aneinen Theil des Kirchhofs entfernte und zu warten schien, biser, von Greenleaf losgemacht, eine Gelegenheit finden könne,sich ihr anzuschließen.

Nichts konnte wirklich den treuen Sänger mehr erfreuen,als diese sonderbare Art der Mittheilung, wodurch er inKenntniß gesetzt wurde, daß seine Herrin frei war, ihr Ver-fahren selbst bestimmen konnte, und, wie er hoffte, die Nei-gung hegte, sich durch augenblicklichen Rückzug nach ihremVaierlande und ihrem Gute aus den Gefahren zu retten,womit sie in Schottland umringt wurde. Er hätte sich ihrgern genähert und angeschloffen, sie benutzte aber eine Ge-