Druckschrift 
25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
289
Einzelbild herunterladen
 

tragen, und andererseits sich an die Vorurtbeile zu erinnern,die er während seines ganzen Lebens gegen Sänger als gegenLeute gehegt hatte, welche mit ihrem ganzen Gefolge vonSagen und Fabeln falsch wären, und im Allgemeinen ausdem nördlichen Lande stammten.

Als sie von einer Lichtung des Waldes zu einer andernkamen, begann der Sänger über die Menge der ihnen be-gegnenden schottischen Andächtigen zu erstaunen, welche nachder Kirche zu eilen schienen, um der Cercmonie des Tagesbeizuwohnen, wie aus den von ihnen getragenen Zweigen er-hellte. Einem Jeden derselben legte der Armbrustschütze eineFrage über das Dasein eines Platzes, genannt die blutigeQuelle, und wo derselbe liege, vor; Alle schienen jedoch ent-weder den Ort nicht zu kennen, oder der Antwort auSzu-weichen, wozu sie einen Vorwand in der Frageweise desmunteren Bogenschützen fanden, die einen zu großen Beige-schmack von dem herzerfreuendcn Frühstück hatte. Die all-gemeine Antwort ging immer dahin, sie kennten keinen solchenOrt, oder hätten an andere Sachen am ersten Morgen derheiligen Osterwoche, als an die Antworten auf so eitle Fragenzu denken. Als zuletzt die Antwort der Schotten ein- oderzweimal beinahe einen finsteren Ausdruck annahm, wurde dieSache dem Sänger auffallend; er bemerkte, es sei immerUnheil im Werke, wenn das Volk dieses Landes keine höflicheAntwort vornehmeren Leuten ertheilc, womit cs doch sonst sobereit zu sein pflege; es scheine, als ob dasselbe eine viel zuzahlreiche Versammlung für den Gottesdienst am Palmsonn-tag abhalten wolle.

Ohne Zweifel, Herr Armbrustschütze," fuhr der Sängerfort,werdet Ihr demgemäß Eurem Ritter Bericht abstatten,und ich verspreche Euch, im Falle Ihr es nicht thun wollt,

Das gefährl. Schloß u- and. Erzähl- 19