Druckschrift 
25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
267
Einzelbild herunterladen
 

267

Eid Beider verpfändet wurde, daß in der Auslösung derehrenwerthen Dame gegen besagtes Schloß der volle Zweckgegenwärtiger Uebcreinkunft liegt, und daß jeder andereGegenstand des Streites nach dem Belieben benannter edlerRitter zwischen ihnen ehrenvoll ausgeglichen und beseitigtwerden soll, oder daß diese streitigen Punkte je nach ihremBelieben durch einen ritterlichen Zweikampf nach bestehendemGebrauch in offenem Felde und in Gegenwart einer ehrcn-werthen Person entschieden werden, welche letztere Würdegenug besitzt, um den Vorsitz zu fuhren."

Nur mit Schwierigkeit kann man sich das Erstaunen desSir John de Walton denken, als er den Inhalt dieser Her-ausforderung vernahm; er blickte auf die Lady von Berkeleymit jenem Ausdruck der Verzweiflung, den man bei einemVerbrecher vorauSseßen mußte, welcher seinen SchutzengelVorbereitungen treffen sähe, um ihn für immer zu verlassen.Auch in ihrer Seele erhoben sich ähnliche Gedanken, als ent-hielten sie ein Zugeständnis dessen, was sie für den höch-sten Gipfel ihrer Wünsche gehalten haben würde, währendjedoch Bedingungen gestellt wurden, welche schmachvoll fürihren Geliebten sein mußten und deshalb dem feurigen Schwertedes Cherubs glichen, welches eine unüberstcigliche Scheide-wand zwischen unfern ersten Eltern und den Segnungen desParadieses bildete. Sir John de Walton brach nach augen-blicklichem Bedenken das Schweigen mit diesen Worten:

„Edle Dame, Ihr könnt erstaunen, daß mir eine Bedingungzum Zweck Eurer Freiheit auferlegt wird, und daß Sir Johnde Walton, welcher schon jetzt gegen Euch solche Verpflichtun-gen hat, auf deren Anerkennung er stolz ist, dennoch Bedenkenträgt, dieselbe mit dem größten Eifer anzunehmen, obgleichIhr dadurch der Freiheit und Unabhängigkeit zurückgegeben