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geringste Unhöflichkcit oder Beleidigung anthun soll; daraufkönnt Ihr Euch bei dem Worte eines Ehrenmannes ver-lassen."
Mit den Worten legte er sie auf den weichen Rasen undmachte ihr zu ihrer großen Erleichterung begreiflich, daß siesich wieder in frischer Luft und außerhalb der dumpfen At-mosphäre befand, welche sie früher wie die eines Leichenhau-ses erdrückt hatte. Zugleich sprach sie in einem Geflüster denängstlichen Wunsch aus, daß man ihr den um ihren Kopf ge-schlungenen Mantel abnehmen möge, welcher ihr beinahe dasVermögen zu athmen benehme, obgleich derselbe nur verhin-dern sollte, daß sie die Gegenstände während ihrer Forlschaf-fung bemerke. Ihrer Bitte gemäß wurde die Binde ihr so-gleich abgenommen und sie beeilte sich mit unbedeckten Augenihre Umgebung zu beschauen.
Der Platz, wo sie sich befand, war von dicken Eichbäu-men überschattet, unter welchen sich einige Reste von Gebäu-den oder von etwas Aehnlichem versanden, vielleicht dieselbenTrümmer, über welche noch vor kurzem ihr Weg ging. Eineklare Quelle fließenden Wassers drang unter den verschlunge-nen Wurzeln eines dieser Bäume hervor und bot der DameGelegenheit einen Trank des reinen Elementes zu genießen,sowie ihr Antlitz zu waschen, welches ungeachtet der Sorg-falt und beinahe Zärtlichkeit, womit sie so eben getragenworden war, manche Schramme erhalten hatte. Das kühleWasser hemmte bald die Blutung dieser kleinen Verletzungen,und diente zugleich, um die etwas erschütterte Besinnung derDame wieder herzustellen. Ihr erster Gedanke ging dahin,ob ein Fluchtversuch, wenn ein solcher möglich wäre, auchzweckmäßig sein würde- Eine augenblickliche Ueberlegungüberzeugte sie jedoch, daß sie an einen solchen Entwurf nicht