daß dadurch sich einige der phantastischen Einfälle der Ritterjener Zeit offenbarten. Seine Rüstung war sinnreich in sol-cher Weise bemalt, daß sie ein Gerippe darstellte, indem derBrustharnisch und dessen Rückenstück die Rippen darstellte.Das Schild stellte eine Eule mit ausgebreiteten Flügeln dar— ein Sinnbild, welches sich auf dem Helm wiederholte;dieser schien von dem Bilde dieses Vogels böser Vorbedeu-tung gänzlich bedeckt zu sein. Am meisten aber war die großeHöhe und Magerkeit der Gestalt geeignet Uebcrraschung zuerregen. Als dieselbe sich vom Boden erhob und eine aufrechteStellung annahm, schien sie eher ein aus dem Grabe sich er-hebendes Gespenst, als ein gewöhnlicher, aufstehender Mann.Das Pferd, worauf die Dame ritt, fuhr schnaubend zurück,entweder wegen der plötzlichen Veränderung der Stellungdieses schauderhaften Aeußeren, oder weil es durch einen Ge-ruch, welcher von der Gestalt ausging, einen unangenehmenEindruck erhielt. Die Dame selbst zeigte einigen Schrecken,denn obgleich sie nicht durchaus glaubte, sich in Gegenwarteines übernatürlichen Wesens zu befinden, so war doch unterallen sonderbaren, halb wahnsinnigen Vermummungen derRitterschaft dieß sicherlich die wunderlichste, welche sie jemalsgesehen hatte; in Betracht, daß die Ritter der Zeit ihretraumartigen Phantasien bis zur Gränze der Verrücktheittrieben, schien es wenigstens kein nicht sehr sicheres Unterneh-men zu sein, einem Manne, welcher sich mit den Sinnbilderndes Todes umgeben hatte, in einem Walde zu begegnen.Von welcher Art aber auch der Charakter und die Absichtendes Ritters sein mochten, beschloß sie ihn in der Sprache undin dem Wesen, welches die Erzählungen der Sänger beisolchen Gelegenheiten beobachteten, in der Hoffnung anzu-reden, daß er, wenn er selbst verrückt wäre, sich als ein
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