Druckschrift 
25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
223
Einzelbild herunterladen
 

Sir John de Walton schien jedoch zuerst die zahlreichenüblen Folgen kaum zu begreifen, welche sich aus dieser un-glücklichen Verwicklung von Verirrungen als wahrscheinlicheFolge ergeben konnten. Er nahm das Schreiben dem Sängeraus der Hand, und als sein Auge beim Lampenschein überdie Buchstaben hinffog, ohne daß irgend ein bestimmter Ein-druck in seiner Vorstellung hervorgcrufen wurde, besorgte so-gar de Valence, daß er im Begriff stehe, sein Geistesvermögenzu verlieren.

Um des Himmels willen, Herr," sagte er,seid einMann und ertragt mit männlicher Festigkeit diese unerwarte-ten Vorfälle, welche kein Verstand des Menschen hätte ver-hindern können, und von denen ich gerne glaube, daß ste keineweiteren üblen Folgen haben werden. Diese schöne Damekann, wie ich hoffe, durch eine Reihe von Umständen nichtsehr verletzt oder gekränkt sein, welche sich als natürliche FolgeEures Eifers ergeben, um Euch vollkommen einer Pflicht zuentledigen, von deren Erfüllung alle Hoffnungen abhängigsind, die sie Euch zu nähren gestattet hat. In Gottes Namen,Herr, rafft Euch auf, damit man nicht von Euch sage, dieFurcht vor einem finstern Blick einer schönen Dame habe insolchem Grade den Muth des kühnsten Ritters in Englandgeschwächt. Seid derselbe Mann, welchem man den NamenWalton des Unerschütterlichen ertheilte; in des Himmels Na-men laßt uns erst erkennen, ob die Dame wirklich beleidigtist, bevor wir den Schluß ziehen, sie sei unversöhnlich. Wel-chen Fehlern muffen wir jetzt die Quelle aller dieser Jrrthü-mer zuschreiben? Mit aller schuldigen Achtung sei es gesagt,sicherlich nur dem Eigensinne rer Dame selbst, welche einesolche Verschlingung von Verirrungen erzeugt hat. Denktdaran als ein Mann und als Soldat. Denkt Euch, daß Ihr