Druckschrift 
25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
222
Einzelbild herunterladen
 

Schmerzen bemitleide, welche dieses Schreiben wahrscheinlichbei Euch erregen wird, und daß ich, im Fall meine äußerstenAnstrengungen Euch den geringsten Dienst erweisen können,um diesen verwickelten Strang zu entwirren, ich darauf mitsolcher Ernstlichkeit hinwirkcn werde, wie es mir jemals sonstin meinem Leben möglich war. Dieser treue Sänger wirdjetzt erkennen, daß er ohne Schwierigkeit ein Geheimniß er-klären kann, welches er sicherlich ohne das jetzt von mir ihmüberreichte Schreiben mit unerschütterlicher Treue bewahrt ha-ben würde."

Sir Aymer überreichte jetzt de Walion ein Schreiben,worin er, bevor er von St. Bride's Kloster aufdrach, seineeigene Auslegung des Geheimnisses dargelegt hatte. DerGouverneur hatte kaum den darin enthaltenen Namen gelesen,als derselbe Name auch zugleich von Bertram ausgesprochenwurde, welcher in demselben Augenblick dem Gouverneur dasSchreiben der Dame einhändigte, das er von Sir Apmer er-halten hatte.

Die weiße Feder, welche über der Sturmhaube des Rit-ters, einer Kopfbedeckung, die er im Schlosse trug, wehte,war nicht blässerer Farbe, wie der Ritter selbst, als er dieüberraschende und erstaunende Kunde erhielt, die Dame, welchenach der damaligen Ausdrucksweise die Kaiserin seiner Ge-danken und die Befehlshaberin. seiner Handlungen war, undgegen welche er auch in einer weniger phantastischen Zeitdie tiefste Dankbarkeit wegen der großmüthigen zu seinenGunsten getroffenen Wahl hätte hegen müssen, sei dieselbePerson, die er mit persönlicher Gewaltthätigkeit bedroht undeiner so harten und beschimpfenden Behandlung unterworfenhatte, wie er eine solche sogar gegen die niedrigste ihres Ge-schlechtes nicht freiwillig geübt haben würde.