214
ginnt mir ein Licht aufzugehen; John de Walton würde eher,wenn mein Argwohn richtig ist, sich selbst das Fleisch vonden Knochen reißen lassen, als daß er einen Finger von die-sem Augustin durch eine Mücke stechen ließe. Anstatt diesenjungen Mann als Verrückten zu behandeln, will ich sehr gernmeines Theils eingestehen, daß ich selbst behext und bcthvrtwurde; bei meiner Ehre, wenn ich einen meiner Leute aus-schicke, um diese Flüchtlinge aufzusuchcn, so soll es nur mitdem strengen Befehle geschehen, daß man sie, im Fall sieeingcholt werden, mit aller Achtung behandelt, und daß mansie, wenn sie nach diesem Hause nicht zurückkchrcn wollen, zujedem ehrenwerthcn Zufluchtsort, den sie sich answählen, mitgehörigem Schuhe geleitet."
»Ich hoffe," sagte der Abt, welcher sonderbar verstört aus-sah, „daß man zuerst ans mich von Seiten der Kirche in derAngelegenheit dieser entführten Nonne hört. Ihr seht jaselbst, Herr Ritter, daß dieß Gekritzel eines Sängers wederReue noch Zerknirschung über seinen Antheil an einer so ver-brecherischen That bezeugt."
„Ihr sollt vollkommene Gelegenheit haben, daß man Enchanhört," erwiederte der Ritter, „wenn Ihr zuletzt findenwerdet, daß Ihr wirklich eine solche wünschen könnt. Mitt-lerweile muß ich ohne Aufschub zurück, um ohne Verzug SirJohn de Walton von der jetzigen Wendung der Angelegen-heit in Kenntniß zu sehen. Lebt wohl, ehrwürdiger Vater;auf meine Ehre, wir können einander Glück wünschen, daßwir einem lästigen Auftrag entgangen sind, welcher so vielSchrecken wie die Phantome eines furchtbaren Traumes mitsich führte, und dennoch durch die höchst einfache Behandlungverscheucht werden kann, daß man den Schläfer erweckt.Allein bei St- Bride, sowohl Geistliche wie Laien sind ver-