Druckschrift 
25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
186
Einzelbild herunterladen
 

186

dann auch ebenso wie Euer Armbrustschutz genöthigt war, dervor der Thüre der Zelle Schildwacht stand und sich bei derAussage der Klosterschwestern zufrieden stellte, daß ein Aus-gang nicht vorhanden sei, durch welchen Augustin entschlüpfenkönne; zuletzt öffnet sich die Thüre, und der junge Mann zeigtesich mit Rcisekleidern vollkommen angethan. Ich glaube wahr-lich, daß ein Anfall seiner Krankheit ihn auf's Neue ergriffenhabe; vielleicht ist er durch einen Anfall von Hppochondriaoder schwarzer Galle verstört worden, d. h. von einer ArtSeelenverrücktheit, welche bisweilen das Uebel begleitet; jetztaber ist er gefaßt, und wenn Euer Gnaden ihn sehen will,so steht er zu Befehl."

Ruft ihn hieher," sagte der Ritter. Es verging wiederein beträchtlicher Zeitraum, bis der Abt halb mit Scheltenhalb mit Bitten die verkleidete Dame bewog, sich in das Sprech-zimmer zu begeben, wo sie zuletzt mit einem Antlitz zum Vor-schein kam, worauf die Spuren von Thronen und ein eigen-sinniger Aerger sich entdecken ließ, wie ihn Knaben oder beson-ders Mädchen zu zeigen pflegen (bei aller Achtung vor demschönen Geschlechte sei es gesagt), wenn sie entschlossen sind,ihren eigenen Weg in irgend einer Angelegenheit zu gehen,und eigensinnig die Gründe, weßhalb sie so verfahren, nichtsagen wollen. Ihr in der Eile gemachter Anzug, hatte sienicht daran verhindert, alle Vermummungen und Verkleidun-gen genau zu beachten, woraus ihr Pilgeranzug bestand; der-selbe war auf solche Weise angelegt, daß er ihre Erscheinungveränderte und auch wirklich ihr Geschlecht verbarg; da je-doch die Höflichkeit ihr untersagte, ihren Hut mit breiten nie-derhangenden Krempen zu tragen, so wurde ihr Gesicht mehrals in offener Luft blosgestellt: indeß waren ihre Züge, dieder Ritter als sehr lieblich erblickte, nicht solcher Art, daß