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nicht, daß dein Vaterland durch frühzeitigen Tod desselbenberaubt würde."
„Du bist also so aufrichtig, England den Vortheil gutenRathes zu wünschen," sagte Sir Aymer, »obgleich du dich aufdie Seite Schottlands in der Streitfrage neigest."
„Sicherlich, Herr Ritter," sagte der Sänger; »denn da ichwünsche, daß Schottland und England ihr wahres Interesseerkennen, bin ich auch verpflichtet, beiden gleicherweise Glückzu wünschen, und nach meiner Meinung sollten sich beide be-mühen, in Freundschaft zusammen zu leben- Wenn eine jedeNation ihr Theil auf der ganzen Insel bewohnt, unter den-selben Gesetzen lebt, und mit einander in Frieden steht, sokonnten beide ohne Furcht der Feindschaft der ganzen Welttrotzen."
„Ist dein Glaube so freisinnig," erwiderte der Ritter, „wiees einem guten Manne geziemt, so mußt du sicherlich, HerrSänger, für den Erfolg Englands im Kriege beten, wodurchallein diese mörderischen Feindseligkeiten des nördlichen Volkessich mit einem günstigen Frieden beendigen lassen. Die Auf-stände dieses hartnäckigen Landes sind nur wie der Kampfeines tödtlich verwundeten Hirsches. Das Thier wird bei jedemKampfe schwächer und schwächer, bis sein Widerstand durchdie Hand des Todes wirksam gezähmt ist."
„Nicht so, Herr Ritter," sagte der Sänger; „habe ich mei-nen Glauben richtig erlernt, so dürfen wir nicht so beten.Wir dürfen ohne Vergehen den Zweck, den wir zu erreichenwünschen, in unseren Gebeten aussprechen; es geziemt unsarmen Sterblichen aber nicht, einer allwissenden Vorsehungdie genaue Weise anzugeben, worin unsere Gebete erfüllt wer-den sollen, oder den Untergang eines Landes, damit dessenBewegungen beendet werden, ebenso zu wünschen, wie der
Das g-fährl. Schloß u. and. Erzähl. I. S