Druckschrift 
25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
61
Einzelbild herunterladen
 

61

terbricht; ich bin ein Engländer und wünsche meinem Vater-lande Glück, vor Allem aber muß ich die Wahrheit reden.Streitige Punkte will ich jedoch übergehen. Euer Alter, Herr,obgleich noch nicht in seiner Reise, berechtigt mich zu der An-nahme, daß Ihr die Schlacht von Jalkirk oder andern Treffengesehen habt, worin die Ansprüche von Bruce und Balioltapfer vertreten wurden, und Ihr werdet mir die Erlaubnißertheilen, zu sagen, daß die Schotten, wenn sie nicht dasRecht auf ihrer Seite hatten, wenigstens das Unrecht mit denAnstrengungen tapferer und wahrhaftiger Männer vertretenhaben."

Was ihre Tapferkeit betrifft," sagte der Ritter,so kannich dieselbe verbürgen, denn ich habe keine Feiglinge unterihnen gesehen, was aber die Wahrhaftigkeit betrifft, so kön-nen diejenigen am besten darüber urtheilen, welche wissen, wieoft sie England den Huldigungseid leisteten und wie sie den-selben zu wiederholten Malen brachen."

Ich will die Frage nicht in Anregung bringen," sagte derSänger,und überlaste es Euer Gnaden, zu bestimmen, werdie meiste Falschheit besitzt, ob derjenige, welcher eineschwächere Person einen ungerechten Eid zu leisten zwingt,oder derjenige, welcher durch Roth gedrungen den Eid ohnedie Absicht, sein Wort zu halten, leistet."

Nun, nun," sagte de Valence,behalten wir unsere Mei-nungen, denn wahrscheinlich zwingt Keiner von uns Beidendem Andern die Ansicht auf, die er sich hierüber gebildet hat;befolge jedoch meinen Rath, und hüte dich, so lange du unterdem englischen Banner reisest, ein solches Gespräch in derHalle und Küche zu versuchen, wo vielleicht der Soldat nichtso duldsam ist, wie der Führer. Und nun in kurzen Worten,von welcher Art ist deine Sage über das gefährliche Schloß?"