an ihm Einseitigkeit; daher, in welches Gebiet des Wissens oderdes Wirkens er sich wagte, eine Heimat für ihn. Daher ver-edelte sich, was er berührte, unter seinen Händen während esunter andern gemeines Gut geblieben war. Ein reines, hvchrcligiö-scS Wohlwollen erfüllte ihn daher gegen die Menschheit, auf derenHöhen er stand, so oft er sprach, schrieb oder handelte. Als solchenoffenbart er sich auch dem Leser in seiner Sammlung kleiner Denk-reden und Zuschriften, wie er sich als Staatsmann bewiesen.
Er hatte sich ursprünglich der Arzneiwiffenschaft gewidmet.Als Jüngling von zwanzig Jahren verließ er die Hochschule vonGöttingen, um sich in den öffentlichen Krankenhäusern vonBerlin und Wien für seine wohlthätige Kunst zu vervollkommnen.Aber indem er am Bette der Leidenden das gestörte Lebcnsgetriebedes Einzelnen beobachtete, ward dadurch sein Blick auf das grenzen-lose Reich des Lebens in der Natur hingczogcn; am meisten dahin,wo es sich in seiner Nrheitlichkcit und reinsten Einfalt enthüllt, zurwunderbaren Welt der Pflanzen. Sein Scharfblick leistete hierbald der Wissenschaft nicht geringe Dienste, welche ihm eben soschnell Aufmerksamkeit und Hochachtung der europäischen Pflanzen-knndigen erwarben. Die Ersten derselben schloffen sich ihm alsFreunde an. Im stillen und schönen Reich der Blumen schmücktsich noch heut dankbar zn seinem Gedächtnis! eine der lieblichstenmit seinem Namen. Es ist die zarte llsteria (vsteria zuinsan-sis. äVillcl), welche ihre Blüthen unter den Palmen und Tama-rinden Afrikas, an den Küsten Guineas, entfaltet.
In seiner Vaterstadt Zürich, als Aufseher des Psianzengartcns,als Lehrer an der medizinisch-chirurgischen Anstalt, als Arzt, alsSchriftsteller vielseitig in Anspruch genommen und beschäftigt,ließen ihn die großen Weltbegebenheiten nicht gleichgültig, welchemit dem Ausbruch der französischen Staatsumwälzung begannen,und deren Ende schwerlich dies Jahrhundert erblicken wird. Usteri