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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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Tropfen Essig ein ganzes großes Gefäß mit Milch. Der mensch-liche Körper aber ist wohl ein so abgeschlossenes Gefäß, als nurimmer in der Natur bekannt ist.

Unter diesen Voraussetzungen muß man allerdings erschreckenüber den heillosen Tumult, der nach der bisherigen Kurmethodedurch die Menge, die Verschiedenheit und die Zusammensetzung derArzneimittel in unserm armen Körper nothwendig hervorgebrachtwerden muß; eine Verwirrung, die nur ein glücklicher Zufall zumGuten leiten, der nur eine kräftige Natur zu widerstehen vermag.Und diesen Schrecken kann die Fakultät nur beseitigen, indem siezeigt, daß die Zusammensetzung der Medikamente die Wirksamkeitjedes einzelnen nicht verändert, oder wie die Wirksamkeit jedes ein-zelnen in jedem Falle der Zusammensetzung modifizirt wird; undindem sie ferner beweiset, daß von eben diesen einzelnen Mitteln,die zuerst, wie eine Menge Briefe in den nämlichen Postbcutel,in dasselbe Glas und dann in den nämlichen Magen zusammen-geschüttet werden, jedes einzelne, gleich jedem Briefe, an seineAdresse zu seinen vorgeschriebenen Bestimmungen, Herz, Leber,Nieren u. s. w. gelangt.

Hahnemann, der nicht einmal an eine Möglichkeit der Lösungdieser Aufgaben zu glauben scheint, fühlt sich durch die obigenWahrheiten bewogen, in allen Krankheiten nur ganz einfache Mittel(meistens aus dem Pflanzenreiche) und diese in äußerst geringenDosen, vorzuschreiben. Die Mittel sind bekannt und wohlfeil, undihre Zubereitung ist in der Regel so einfach, daß sie Jeder selbstzu besorgen im Stande ist. Die Geringfügigkeit der Gaben gehtso weit, daß sie von allen Apothekern belacht wird, und überraschtin der That durch ihren Widerspruch gegen unsere bisherigen Ge-wohnheiten und Begriffe. Er löset z. B. den Gran Arsenik ineinem mäßigen Glase Wasser auf, verdünnt etwa den zehntenTheil dieses arsenikgeschwäugerten Wassers mit einer andern gleich