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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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besuchte dann noch Göttingen, Heidelberg, und, der französi-schen Sprache mächtiger zu werden, Lausanne. Nach Riga zu-rückgckehrt, trat er, als Rechtsanwalt, in das Geschäftsleben.Er arbeitete mit Glück. Aber sei cs, daß ihm seine Jugend nochzum Vorwurf gereichte, oder daß cr's bereute, fich zu früh anein bleibendes Verhältniß im Leben binden zu lassen: er ging imJahr 1812, um sich noch die englische Sprache anzneignen, nachEngland. Hier verlebte er ein volles Jahr, theils in London,theils auf dem Lande bei einem Prediger.

Sein Beruf, welchen er nach der Heimkunft in Riga wiederbetrieb, wie belohnend ihm derselbe auch durch Geld und öffent-liche Achtung ward, widerstrebte seinem ganzen Wesen. Er sehntesich nach unabhängigem: Dasein, nach dem Leben unter mildern:Himmel, mit Völkern von vorgeschrittener Gesittung und freiererVerfassung. Er fühlte sich auf russischer Erde einsam und beengt;selbst die Zärtlichkeit einer Schwester, die er innig liebte, selbstdie Freundschaft eines Herrn von Sengbusch, dem er bis zumTode treu zugethan blieb, leistete ihm keinen Ersatz für das, wasseinem gesummten Wesen schon nnabwehrbares Bedürfniß gewordenwar. Früher zum Ziel zu gelangen, arbeitete er in seinem Berufohne Maß, und legte, wahrscheinlich durch überspannte Anstren-gung seiner Kräfte, den Grund zu einer Kränklichkeit, mit welcherer den übrigen Theil seines Lebens zu kämpfen hatte.

Inhaber eines Vermögens, welches ihm sorgenfreie Zukunftverhieß, schied er endlich im April 1819 aus den Armen seinerrigischen Freunde. Er gelobte ihnen damals freilich, es solle nureiue Trennung von zwei Jahren sein. Aber dem Gelübde, welchesihm der Schmerz des Scheidens entriß, widersprach damals schondie Stimme seines Innern.

Er athmete freier, heiterer, als er Deutschlands Boden betrat;als er wieder der Unterhaltung mit den Weisen und Künstlern des