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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
272
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gegen Napoleon aufgestandcnen Norden. Aber ich ahne einenherrlichen Anögang. Wenn Menschen entschlossen sind zu sterben,wenn sie durch verlorene Ehre, durch fortgesetzten Hohn der Sieger,durch höchste Verarmung dahin gebracht sind, so sind sie mächtig.

Sachsen wird der Kampfplatz sein und zum Erbarmen ver-wüstet und mitgenommen werden. Es werden vielleicht durch denKaiser glückliche militärische Schläge ausgcführt werden; aber ichglaube nicht, daß die Preußen sich wieder ganz unterjochen lassen,sobald sie nur nicht durch die ersten Nachtheile, die sie etwa be-treffen, muthlos werden. Viele von den ersten Schritten, die ihreStaatsmänner thun, gefallen mir nicht.

Wie beklommen mein Herz ist, kannst Du leicht denken. VonDanzig bis Gotha wohnen in allen Orten, die jetzt genanntwerden, Freunde und Verwandte, die mir vor Augen stehen; be-sonders bekümmert mich ein achtzigjähriger Oheim im ThüringerWalde, dem ich, wenn ich in Gotha geblieben wäre, jetzt vonHilfe sein und ihm sein Schicksal erleichtern würde.

Der einfache Gedanke: was für ein Paradies ließe sich ansder Welt machen, wenn die Kräfte, die jetzt zum Zerstören ange-wendet, zum Schaffen und Verschönern bewegt würden! dieserGedanke ist mein täglicher Gesellschafter. Die philosophischen Hi-storiker haben viel zur Vertheidigung des Krieges gesagt, als un-entbehrlich zur Aufregung unscrs trägen und weichlichen Geschlechts.Aber es ist nnmöglich, daß Krieg so unzertrennlich mit unsererErdcnbestimmung verknüpft sein sollte. Die Führer der Völkermüssen Hebel finden, welche jene Schlaffheit, die langen Friedenbegleitet, verhindern, und das Gute der Kriege ersetzen, ohne dieMenschen zu Bluthunden und Tiegern zu machen, gehetzt vonEinem oder Zweien, die wissen, was sic wollen, und die ebendieseniedrigen, willenlosen Thiere verachten müssen, die sich von ihnenHetzen und in Tod und tausendfaches Elend jagen lassen."