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ist ein Meisterwerk, dem Achnliches die deutsche Literatur nichtsaufzuwcisen hat, aber — es ist schlechterdings kein Volksbuch;darum ist cs auch nicht in den Händen des Volks. Ich fand esin vielen Büchersammlungen der Städte; noch in keiner Bauer.-Hütte. Es ist ein reines, treues Gemälde des Volks, seines Ge-mi'lths, seiner Denkweise und Sitte; es athmct im Geist und Lebendes Landvolks, und spricht sogar in der anmuthigen Einfalt des-selben, besonders im ersten Theil, welchen ich für das Beste desGanzen halte. Aber das Ganze ist kein Buch fürs Volk, sondernfür jeden, der, zur Erweiterung der Mcnschenkcnntniß, tiefe Blickeins Wesen und Leben des Volks hineinsenken will. Auch ich, derich dieses nie unmittelbar kennen zu lernen Gelegenheit hatte,kenne cs nur durch Sie. Sie sind mein Meister; und durch Sieerst weiß ich, wie ich zum Volke reden muß, um Anklang darinzu finden."
Indem ich dieses und Aehnlichcs sprach, wandelte Pestalozziunruhig durchs Zimmer; wandte sich dann plötzlich zu mir, schloßmich in seine Arme und forderte meine Freundschaft. Von diesemAugenblick an war sie fürs Leben geschloffen, und begrüßten wiruns mit dem brüderlichen Du. Er selbst scherzte nun mit uns übcrdic Idee eines Volksblatts nach meinem Plan und vereinigte sichmit Geßncr, mich zur Herausgabe eines solchen zu bereden. Ichwilligte« ein. In der That hatte das Blatt gleich in den erstenWochen einen mir selbst unerwarteten Erfolg. Doch kaum nur einVierteljahr lang könnt' ich die Herausgabe besorgen, weil ich zuandern Geschäften berufen wurde. Früher schon hatte PestalozziLuzern verlassen und der Theilnahme an seinem Volksblatt entsagt.