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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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welche hicher zu den Unsterbliche», wie fromme Christen zu einemGnadenort wallfahrtcten.

Vor Allem gern war' ich in die Bekanntschaft des PfarrersJoh. Kaspar Lavatcr*) getreten, so wie noch lieber in die desberühmten Verfassers von Licnhard und Gertrud.**) Letzteresgelang mir unerwartet bald. Der als Schriftsteller bekannte Leon-hard Meister,***) ein geistreicher und gefälliger Mann, führtemich eines Tages in eine Abendgesellschaft ein, wo ich unter Meh-rern Gelehrten Zürichs auch Heinrich Pestalozzi finden würde.Diese Gesellschaft versammelte sich wöchentlich einmal bei dem

') 3n Zürich bildeten zu jener Zeit zwei einander entgegengesetzte Mei«nungSparteien der Gelehrten ihre ausschließlichen Kreise, so daß, werdem einen angehörte, dem andern fremd blieb. Ilm nicht anzustoßcnbei denen, die mich mit so vielem Wohlwollen, ausgenommen hatten,that ich Verzicht, Umgang mit dem von mir seit meiner Kindheitverehrten Verfasser der Physiognomik zn suchen. Ich sah und hörteihn zn Zürich nur einmal auf der Kanzel, als er von der unglaub-lichen Wunderkraft des Glaubens predigte, und unter andern, alsBeweis dafür, das Schicksal verfolgter Christen anführte, welche in,ich weiß nicht welcher Wüste, dem Hnngcrtode nahe, gläubig an Er-hörung um Hülfe zu Gott gefleht hatten eine schreckliche Nacht hin-durch, und Morgens ein strahlendes Schloß auf einem Hügel erblick-ten, wo sie alle mögliche Erquickung empfingen. Diese Predigt machtemich etwas irre an dem trefflichen Manne.

*") Bekanntlich hatte Pestalozzi dieö Werk schon im Jahr 1781 hcrauS-gcgcben. Er sagte mir später, er habe einige der Hauptpersonendarin nach lebenden Originalen gezeichnet; darum wären sic so neuund wahr.

»»») Geboren zu Nestenbach bei Winterthur im Jahr 1711; erst Professorder Geschichte zn Zürich, dann Pfarrer, dann zur Zeit der helveti-schen Republik in einer Kanzlei der Negierung angestellt.