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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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Noch im Jahr 1817, als cr in Aufträgen der Schwyzerregierungnach Gcrsau kam, sang man ihm dort das Liedchen von Geßler»nd den alten Tiranncn des Vaterlandes in die Ohren.

Man wollte behaupten, die Undankbarkeit seiner Mitbürgerhabe ihn tief gekränkt und seinen Tod befördert. Dem ist nichtalso. Ein gefährliches Nervenfieber, welches im Anfang des Jah-res 1818 viele Menschen in jenen Gegenden hinwegraffte, ergriffauch ihn. Wenige Wochen vorher war seine Tochter, ans ersterEhe, Louise, ein liebenswürdiges Mädchen, gestorben. DerGram nm fie mag auch seine Krankheit verschlimmert haben, der-er am 5. Februar unterlag.

Reding, als Privatmann, als Gatte, Vater, Freund, einerder achtungswürdigstcn Sterblichen, war mehr durch die wildenBewegungen des Schicksals, denn durch Denkart, Neigung oderTalentc zu einer Lebensrolle geführt, der cr, nm fie mit Glückzu spielen, nicht gewachsen war. Begriffe, wie fie durch Gewohn-heit und Erziehung in ihm erwachsen waren, galten ihm fürGrundsätze, zu denen cr immer wieder zurücksank, wenn er sichjcweilen zu Hähern Ucberzeugnngcn und Ansichten erhoben hatte.Er war ein cdelmüthiger, ritterlicher Mann, der, in den TagenWinkelricds, ein Winkclried geworden wäre; bescheiden im Glück,nngebengt und großfinnig im Unglück; bieder und wortfest; ohneArg und ohne Furcht.