Druckschrift 
32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
220
Einzelbild herunterladen
 

220

Gewiß würde ein Besuch von Ihnen, lieber Zschokke, woranSie Unwohlsein gehindert hat, nicht nur mir, sondern auch mei-nen Unglücksgefährten viele Freude gemacht haben. Und auch Siewürden, wie ich glaube, die Seelenruhe jener Männer bewunderthaben, welche mit mir auf Aarburg waren."

Ich bin sehr begierig zu erfahren, was Sie über die wirklichsonderbare Erscheinung der Mediationsakte denken? Bald sollt'ich glauben, daß auch Sie noch ein recht alter Buudesgeuoß undFöderalist werden müßten, da keine Konstitution, welche währendder Einheit proklamirt worden, Ihnen gefallen hat.Gott habesie nun alle selig!" könnte man sagen; aber, aber wie vieleleidige Aber gäbe es hier nicht!"

Alle die lieben Meinigen bewahren Ihr freundliches Andenkenund grüßen Sie mit mir recht herzlich."

Ich bin unveränderlich

Ihr Freund Rediug."

Seine Tage flössen von da an in jener ungetrübten Friedens-stille, welche die gesammte Schweiz eilf Jahre lang unter demwohlthueuden Einfluß der nastoleonischen VcrmittlungSurkunde ge-noß. Er vermählte sich zum andcrumale"). Er bekleidete in seinemKanton wiederholt das Amt eines LandammannS, und was mehr,als das Höchste der Aemtcr, sagen will, er bekleidete es mit Würde.Diese, nicht jenes, ist des Mannes Verdienst. Wohl gern hätt'er dort d^s Guten mehr geschaffen, als er that. Er hatte großeErfahrungen gemacht und in denselben die früher beschränkten An-sichten des StaatslcbenS erweitert. Aber er allein stand gegen eine

*) Mit einem Fräulein Noggenstiel von Solothurn. Sie ward Muttervon vier Töchtern und einem Sohn, der in die SchwcizcrgardeKarls X. als llntcrlientcnant getreten, und nachher mit den übrigenSchweizern aus französischem Dienst entlassen ist.