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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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Der Abschied Redings von seiner trostlosen Familie war schmerz-lich. Selbst das Militär konnte bei diesem Anblick seine Rührungnicht verbergen. Er selbst blieb ruhig und zu'Allcm gefaßt; nurder Jammer der Scinigcn füllte seine Augen mit Thränen desMitleids. Die Gefangenen wurden unter Bedeckung nach Aar-burg geführt, wo sic nebst andern ihrer Schicksalsgenossen, alsGeiseln für die öffentliche Ruhe streng bewacht, aber anständigbehandelt wurden. Selbst der Oberbefehlshaber der französischenArmee, General Ney, besuchte sie.

Nach meiner Rückkehr von einer Reise zu Freunden in Mühl-hausen (im Elsaß), schrieb ich dem theuern Gefangenen. Er ant-wortete aus der Veste Aarburg den 23. Dezember 1802 in fol-genden Zeilen:

Es freute mich recht sehr, mein lieber Freund, aus IhremBriefchen vom 21. zu vernehmen, daß Sie sich wohl, und wieder-um ans Bibcrstein befinden. Auch mir ist Wohl, wenn schon in derGefangenschaft, indem ich während dieser ganzen Zeit mir so ziem-lich gleich geblieben bin, und ich es mir zur Regel gemacht habe,mich im Glück nicht zu übernehmen, und unter den Schlägen desSchicksals nicht unter mich hinabznsinken."

Ich erhielt heut auch einen Brief vom Toneli*), der michrecht herzlich gefreut hat. Er beweist mir so klar, als zwei Malzwei vier machen, daß ich der freieste Mann auf Gottes Erde sei,und zwar folgendermaßen:Wenn ich nun Ihrer wirklichen Lagenachdenke, so scheinen Sie mir, ungeachtet des Gefängnisses, dasSie umgibt, der freieste Mann auf der Erde zu sein. Denn diewahre Freiheit besteht ja in der Unabhängigkeit des Willens, undwohnt in dem allein, der gegen die Reizungen der Furcht unddes Eigennutzes und einer falschen Ruhmliebe auf der Bahn der

*) Ei» junger, hoffnungsvoller Neffe Nedings.