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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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Gesandten. Alles gl»g glücklich von statten. Aber durch seine Ge-wandtheit wußte er zugleich eine» bcigefügtengeheimen Artikel"genehm z» machen, dem zufolge einzig »nd allein der reformirtcnFamilie Salis gestattet wurde, im Vcltlin und Clären Nicder-laffungsrecht auszuüben, was, laut alten Verträgen, überhauptkeinen Reformirtcn erlaubt war. Sowohl der strenge Rechtsstnnseiner Mitbürger, als eifersüchtiger Neid Anderer, deuteten ihmdies Kunststück sehr übel. An einer Landsgemeinde im darauf fol-genden Jahre kam es darüber zu herbem Wortwechsel, selbst, aufgut demokratisch, zu Rippenstößen. Der feine Unterhändler vonMailand trug ein Paar grobe Beulen im Gesicht aus dem Kampfdavon."

Vier Jahre später (1768) übernahm er die Stelle eines fran-zösischen Geschäftsträgers bei der vaterländischen Republik. Nie-mand war dazu fähiger, als dieser geistvolle Mann; aber schrof-fere Doppelscitigkeit konnte es auch nicht leicht geben, als dieeines Republikaners, der dabei vaterländisch gesinnt bleiben wollte,im Dienste eines ausländischen Monarchen, dessen Interesse oftdem der Republik widerstreben konnte. Salis, der von nun an denTitel eines Ministers trug, fand sich mit unglaublicher Leichtigkeit indie neue Rolle hinein. Er wußte die Widersprüche glücklich zu lösen;er verband den Vortheil des Königs seines Herrn mit dem des hei-matlichen Freistaates, und baute dabei seinen und seiner Familie Vor-theil gelegentlich an. Er hatte sich jetzt auf Bünden den mächtig-sten Einfluß gesichert. Diesen benutzte er auch, sich (im Jahr 1771)im schönen und üppigen Veltlin, dem Vorhof Italiens, anzusic-deln, und dort, neben Verbesserung seiner Güter, eine nnfühlbareHerrschaft über Alle geltend zu machen, weil selbst die dorthin ge-sandte» Beamten und Shndicatnren von der Ueberlegenheit seinesGeistes abhängig wurden. Folge davon war, daß er in Allem,was er wünschte, Recht behielt, und das nnterthänige Volk Un-