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men, die gräfliche Familie Travers auf Ortenstcin im Dom-leschgerthale zu sehen. Ich wohnte zn Reichenau, dem Schlosseam Zusammenfluß des jungen Vorder- und Hinterrheins, in derwilden Pracht des rhätischen Hauptthals, wo es sich spaltet, rechtszum fernen Crispalt und Gotthard aufstufcnd, links von Thälernzn Thälern nach den Rheinwald-Gletschern.
Wir lebten wenige, aber gcnußschwere Zeit beisammen. Keinemvon uns wehte damals noch eine Ahnung von den UngeheuernSchicksalen an, welche bald die Schweiz und uns selbst treffensollten. Wechselnd zwischen Ernst und Scherz, entwarfen wir fröh-liche Pläne. Der Mensch ist zn allen Zeiten ein Kind, welchesunter Blumen am Bord des Abgrundes tändelt, den ein. glänzen-der Nebel nmschlciert.
Meinen Gast entzückte die Majestät und daneben die idyllischeAnmuth des Bündncrlandes. Er fand hier eine Schweiz in höhcrmStyl. Voll seiner Begeisterung wollte er den ganzen Irrgartender rhätischen Thäler durchwandern. Ich schlug ihm vor, nur eins-wcilcn das Hochthal des ober» Engadins zu besuchen, wennihm darum zn thun sei, sich plötzlich in eine schöne und fremdeWelt versetzt zn sehen, wo dem Wanderer Alles neu und wunder-bar cntgcgentritt. Ich weiß nicht, ob er nachher seinen Vorsatzerfüllte?
In der That gehört jenes erhabene Thal an den Quellen desInn-Stroms, mit seinen freundlichen Dörfern, worin viele Ge-bäude in italienischem Geschmack gebaut sind, mit seinen Seen,Inseln und grünen Fluren, rings vom ewigen Schnee, wie voneinem Ungeheuern, gezackten Silbcrrcife» umschlossen, zu den rei-zendsten und großartigsten Gebilden der landschaftlichen Natur.Nur wenige von den zahllosen Reisenden, welche die Schweizjährlich durchwandern, verirren sich dahin; und doch übertrifft es,