Schirm eines lebendigen Hags, ohngefähr zwanzig Minute» vonUvonens.
„Das Schifflcin war unterdessen näher gekommen. Ich machteein Zeichen; ich konnte ihm endlich zurnfen. Anfangs schlug man'saus, mich übcrzusetzen; zuletzt ward eingewilligt; der Schiffermußte zuvor aber noch nach Uvonens gehen. Jetzt Herr des Fahr-zeugs, bemächtigte ich mich der Ruder, jeden Augenblick bereit,davon Gebrauch zu machen, wenn ich überfallen und entdeckt würde.Doch alles ging gut; mein Fährmann kam, und wir gelangtennach Vaumarcus.
„So war ich nun wenigstens für den Augenblick geborgen.Ich athmete leichter, als ich den neutralen Boden berührte. Zwarmachte ich mich darauf gefaßt, daß die Regierung von Neufchatelmich gewiß auslicfern würde; allein dazu waren doch einige TageZeit nöthig, und ich konnte uuterdeffen doch wohl wieder entrinnen.
„Nachdem ich einige Zeilen an meine Gattin geschrieben hatte,deren Bild mir nie erschien, ohne mich der tiefsten Schwcrmnthpreis zu geben, sucht' ich Ruhe und Erholung. Ein Führer brachtemich bis jenseits des Dorfes Provence, wo ich abermals überhelvetisches Gebiet gehen mußte. Wie beflügelt' ich meine Schritte,um wieder Neufchatelcr Boden zu gewinnen, auf der Anhöhe! —Eine einsame Wiese, die eine kleine Ebene bildete, umgrünte dieHöhe. Hier erst hielt ich an, um neuen Athen, zu schöpfe». Ach,und indem nun mein Blick hinüber schweifte auf mein Vaterlandhin, und wie cs vor mir sich erhob mit seinen Nicsengebirgen inmajestätischer Herrlichkeit; wie blutete mein Herz! Die schmerz-lichsten Erinnerungen überwältigten mich; ich sank ohne Empsiu-dung auf den Erdboden nieder. Ich weiß nicht, wie lange ich dagelegen; wohl aber, daß mein erstes Bewußtsein mit der Erin-nerung an einige Stellen aus dem Briefe meines geliebten Zög-lings, des Kaisers Alcrander, znrückkehrte, welchen er mir 1797