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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
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Die drei letzten Zeilen enthüllen die geheimen Wünsche desVerfassers; man las sie damals, wahrscheinlich aber ohne sie zubegreifen. Ochs stand noch in Staatsposten seines Kantons. Erhatte seit 1780 schon die politische Laufbahn begonnen, wurdeRichter, Nathsschreiber und Obristznnftmeister endlich; war alsDeputirter seines Standes auf mehrern Tagsatzungen, und mehr-mals nach Paris abgeordnet.

Aber das Jahr 1793 wurde für die Festigkeit seiner Grundsätzeein eigentliches Probejahr. Ochs liebte die fränkische Revolution,und eben diese beraubte ihn, nach manchem Andern, auch seinesSchwagers. Das Haupt des Maire Dietrich von Straßburg fielunter dem Eisen der Guillotine.

Dietrichs Tod ging ihm besonders nahe; aber es machte ihnder Schmerz seinen Grundsätzen nicht ungetreu. Man erinnert sichbloß, daß er eine Zeit lang nicht in der baselischcn Nathsversamm-lung erschien.Wo bleiben Sie denn?" fragte ihn ein Freund:warum kommen Sie nicht in den Rath?" Ochs gab zur Ant-wort:Ich fürchte meine Gefühle werden meine Gesin-nungen bestechen!"

Bis hieher die Handzeichnung vom Leben dieses Mannes, derselten, im Guten oder Bösen, ohne Leidenschaft beurtheilt ward;wie anch nichts natürlicher als dies, sein kann, in Tagen, wodie Revolution Europcns Gemüther in zwei erbitterte Heere ge-schieden zu haben scheint, bei deren Kampf man nur die Weisenfür parteilose Zuschauer hält, so lange sie schweigen.