Peter Ochs spielte in der helvetischen Revolution von 1798eine so hervorragende Rolle, daß sein Wirken von der entscheidend-sten Wichtigkeit für sein schweizerisches Vaterland wurde. Er wares, der, nachdem er schon Theil an den Friedensnegotiationenzwischen der fränkischen Republik und dem Könige von Preußengenommen (in den Jahren 1794 und 179S), und nachdem er inden verhängnißreichen Monaten Dezember 1797 und Jänner undHornung 1798 sich zu Paris aufgehalten hatte, wo er seinen großenEinfluß auf die dortigen Staatsmänner geltend machte, zur Ne-volutionirung der Schweiz hauptsächlich beitrug. Von ihm rührtdie Konstitution her, welche alle zerstückelten Theile der Schweizin einen einzigen, demokratischen, repräsentativen Staat verband,und welche durch Gewalt fränkischer Bajonette eingeführt wurde.Sie heißt darum auch heute noch in der Geschichte die „Ochstsche"Verfassung. Im Juni 1798 wurde er darauf mit Friedrich CäsarLaharpe an die Stelle der austretenden Bah und Pfyffer in dashelvetische Direktorium, die damalige Einheitsregierung der Schweiz,gewählt.
Die nachfolgende Skizze schildert nicht diese seine öffentlicheWirksamkeit, die aus allen Geschichtsbüchern jener Zeit hinläng-lich bekannt ist, sondern mehr seine den Zeitgenossen minder be-kannten früher» Lebensschicksale bis zu seinem Auftreten als Staats-mann.
Der Herausgeber.