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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
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Kroniken in lateinischen oder deutschen Versen zn schreiben,war im dreizehnten Jahrhundert nichts Ungewöhnliches. Aber derErzähler der Nibelungen sammelte Sagen von Wundern und Groß-thaten zn einem Gedicht. In seiner Welt gab cs kein Gesetzfür Raum und Zeit. Alle Helden, deren Namen noch im Mundedes Volks lebten, vereinte er zum gleichen Spiel. Er machte siezu Zeitgenossen; er schilderte, wie sie in großen Leidenschaftennntergingen. Damit endete die alte Heldenwelt.

'Man bemüht sich daher vergebens, für der Nibelungen Liedeine große, dnrchherrschende geschichtliche Thatsache aufznfinden.Es ist darin keine Einheit, als welche der Dichter selbst schuf;alles ist nur freie Vermählung von damals noch unverklnngenenSagen.

Ohne Zweifel waren von Rüdigers Leben und Thaten schonmehrere Sänge vorhanden in deutscher, wie in lateinischer Sprache.Herr von der Hagen in seiner Ausgabe der Nibelungen schalteteso vier Verse ans (Seite I.XXIV), welche offenbar nicht znm Ge-dichte gehörten, und aus irgend einem andern Liede hineingekom-men sein mochten*). In dem den Nibelungen angehängten Ge-dicht Chlage" wird ausdrücklich (V. 4541) gesagt:

Von Pazzowe der Bischof PilgerinDurch Liebe der Neven sinHicz er schribcn dizzc MoreWie ez ergangen wäre,

In latinische» Buchstaben.

Der Dichter von Chriemhildcns Rache, unbekümmert um dieZeitrechnung und Erdbeschreibung, setzte Städte, die offenbar erst

*) Das Gedicht, wovon LazinS im siebenten Buche seiner migrst. -;en-rium Bruchstücke lieferte, war, nach HundinS Zengnist, ans Perga-ment geschrieben, und befand sich im Schlosse Prunn bei Altmühl,