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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
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362
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Das Lied der Nibelungen schließt nnS das Wunderland deut-scher Vorwelt auf, wie es einst in den Träumen und Sagen desVolks blühte; läßt, wie durch Nebel, Schicksale eines unterge-gangenen Weltalters erblicken, von welchem keine Geschichte mehrurkundet; und steht mit seinen Sittcngemäldcn eines fremden Jahr-hunderts für den Freund der Dichtkunst, Sprache und Geschichte,für ewige Zeiten als Urbild reiner Deutschheit da.

Aber noch ist uns Vieles darin räthsclvoll. Wer war der Dichterdes Nibclungen-Sanges? Welchem Zeitalter ist er entstammt?Welche geschichtliche Thatsachen liegen ihm znm Grunde?

Nicht, daß ich die Näthsel lösen will, aber einige Hilfe dazudarzubieten, schrieb ich folgende Anmerkungen nieder, denen ichfreundliche Ausnahme wünsche.

Selbst der Name des Gedichts ist räthselhaft. Es wird voneinem Lande der Nibelungen gesagt, deren Riesen Siegfriedzwang. Dann werden die Helden vom Rhein zuweilen selbst dieNibelungen geheißen. Der Name und das Geschlecht der Nibe-lungen war noch im achten Jahrhundert nicht am Rhein erloschen,und den austrasischen Königen verwandt. Jener Graf Nibelung,welcher die Chronik des Fredegar bis zum Jahr 7K8 fortsctzcnließ* **) ), war ein Vetter Karls des Martellen. Denn GrafChildebrand, des Nibelungen Vater, war Karls Oheim ^*). Mitdieser Nachweisung habe ich freilich wenig geholfen; doch kann sieauf eine verwischte Spur leiten.

Schon der erste Blick auf das Lied lehrt, daß es aus zweiHanpttheilen besteht, davon jeglicher für sich selbst ein Gan-zes bildet. Der erste umfaßt die neunzehn ersten Abenteuer, ich

*) kreäeAsrii cüron. sussu Nibelungi comius conrininwum; sieheDucüesrie Ins!» tdunc. scrizit. I, 740, 773.

**) Oudiesue liisr. li-uw. s<niz>l. l, 772 i,.