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Chaos von steilen, schlüpfrige» Klippen gesehen habe», und dieErmattung kennen, welche das Besteigen der Gebirge in heißenTagen gibt, wo Genuß bittcrn Schneewassers den Durst mehrreizt, denn stillt; man muß den Kranz von schroffen Felsen kennen,welchen droben die Kaiserlichen überall vortheilhaft besetzt hielten,um das Ungeheure des Wagstücks würdigen zu können, welcheshier die fränkischen Truppen bestanden. Sie siegten, und fegtenim Sturmmarsch das Gcbirg am folgenden Tage.
Mitten in der Wildniß des Nesselthals überfiel uns desAbends Dunkelheit und fürchterliches Gewitter. Die Wege warenzerstört vom Regen, und nur am Leuchten der Blitze sichtbar.Spät und durchnäßt erreichten wir die Hütten des Gadmcnthals.Doch der andere Morgen enthüllte nur noch größere Gefahren zurFortsetzung des Heerznges. Der Weg desselben, welcher aus demFelsenkesscl des wilden Gadmen zur Höhe des Maienthals leitet,war nur ein schmaler Hirtenpfad, jäh, und neben einem Abgrund,aus dessen Tiefe hervor ein wüthender Bergstrom brüllt. Hättendie Kaiserlichen an die Möglichkeit eines Ueberfalls geglaubt, eineHandvoll der Ihrigen würde vielen Tausenden den Paß versperrthaben. Ein Mann nach dem andern klimmte bergauf; Kanonenwurden mit Seilen über die Klippen gezogen, oder auf der Schultereines Mannes über die gefährlichsten Stellen gehoben. Die wenigenRosse, welche beim Zuge waren, wurden aller Bürde entladen,und sich selbst überlassen, ohne Leitung, aufwärts getrieben. Einigederselben verloren dennoch das Gleichgewicht und stürzten zerschmet-tert in die Tiefe. Das Gewühl dieser kletternden Armee, welchedroben vernichtet werden oder siegen mußte, weil der Rückzug un-möglich war, dauerte in voller Unordnung den ganzen Tag. VonMenschen verunglückte indessen keiner, als ein Landmann aus demGadmenthale, dessen Hand vom Fall einer Kanone zerschmettertwurde. General Loison, als er davon erfuhr, wollte dem Un-