334
7 .
Je mehr es mir gelang, die Freundschaft des Generals zugewinnen, je thätigcr wurde er selbst, bessere Kriegszucht zu hand-haben und die Beschwerden des Landes zu mildern. Dies reichtehi», zwischen Bauern und Soldaten baldige Eintracht zu bewir-ken, Diebstähle aller Art zu mindern und Willkürlichkeiten derUntcrbefehlshabcr Schranken zu setzen.
Am 19. Juli 1799 griff der in Nri kommandirende kaiserlicheGeneralmajor Graf von Bcy die fränkischen Posten in den Ge-birgen bei Jsithal und Banen an. Er hatte zu dem Endeschon einige Tage vorher eine Kolonne abgeordnet, de» Posten vonJsithal zu umgehen. Seine Absicht war, diesen aufzuhcbe», sichder Batterien ans der Treib, welche den Eingang zum Urnerseebeherrschten, zu bemächtigen, über die Gebirge gegen Nieder-Rickcnbach vorzudringen und die Höhen des Thals von Stanszu gewinnen.
Das Treffen war hartnäckig, und dauerte, ungeachtet des Re-gens und Gewitters, vom Morgen bis gegen Abend, wo die Kai-serlichen in voller Unordnung die Flucht ergriffen. Die Franzosenmachten an diesem Tage ungefähr 800 Mann Gefangene, woruntersich mehrere Offiziere und der bcfchlshabende General Bcy selbstbefanden.
In Abwesenheit Loisons empfing ich den unglücklichen Feldherr»des Kaisers, der, von einem Fall geschädigt, und vom kalten Re-gen halberstarrt, sein Schicksal mit großer Niedergeschlagenheittrug. Wir suchten ihm alle Bequemlichkeit zu verschaffen und ihnmit seinem Loose anszusöhnen.
Dies Ereigniß war für die innere Ruhe des Landes ungemeinwohlthätig. Ich hatte dabei Gelegenheit zu bemerken, daß beiweitem der größere Theil der Landleute nicht mehr mit jener un-