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Nie habe ich eine» Menschen gesehen, der so außerordentlicheGeistesstärke mit stiller Einfalt eines kindlichen Gemüths gepaarthätte, wie er. Verkannt und zertreten immerdar, und von häus-lichen Uuglücksfälleu gebeugt, schic» sein Herz durch jede neueWunde nur liebender und zartfühlender gegen die Menschheit zuwerden. Mißtrauisch auf die Tücke, die ihn so oft betrogen, schmiegteer sich doch mit unbegreiflicher, leichtgläubiger Gutmüthigkctt aujeden, der ihm zulächelte. Niemand kannte das menschliche Herzund zeichnete dessen Schwächen und Stärken so genau, und warzugleich so wenig Menschenkenner in besonder» Verhältnissen, wiePestalozzi. Indem er scharfen Blicks sich selbst durchforschte, er-kannte er das Gemüth der Menschheit bis zu dessen leisesten Be-wegungen ; indem er mit lebhafter Phantasie und hoher Gutmüthig-setne innere Welt auf die äußere übertrug, ward er beständig irrean ihr. Diese seine Achulichkcit mit Jean Jacques Rousseau,und sein Stolz gegen den Stolz der Neichen oder Gelahrten, er-warben ihm mit dem Genfer Weisen gleiches LooS.
Eigentlich war das Waisenhaus pon Stans für Pestalozzi nureine seiner ersten Werkstätten für den*erstcn Jugendnnterricht. Mitder Erhabenheit seines Zwecks wetteiferte nnr sein Muth. Ich sahihn im Getümmel unzähliger Kinder allein stehen, sie alle unter-richten, indem er sie anleitete, sich selbst unterweisen und durchUcbung ihrer kleinen Kräfte in einem gegebenen Verhältnisse die-selben vervollkommnen: zu können. Das angenehme Gefühl, welchesdie stufenweise Entfaltung der Gcistesgaben begleitet, erweckte inallen Kindern unglaubliche Lcrubegier und Freudigkeit.
Auf nachmittäglichen Spaziergängen unterhielten wir uns ge-wöhnlich über diesen großen Gegenstand. Pestalozzi sprach oftmit Begeisterung, nie ohne mich besser und belehrter von sich zuentlassen. Demuugeachtct schien er über das Wesen dessen, waser in Verbesserung des Volksunterrichts wollte, damals durchaus