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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
Entstehung
Seite
321
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hielt das Recht, Fremde wegen ihrer Pässe anzuhalten, und, fallsdie Pässe fehlten, den Reisenden gegen ansehnliche Belohnung znmNnterstatthalter zu führen. Jede Stunde Wegs ward demUeber-bringer außerdem noch mit einem Schweizerfranken bezahlt. Aufähnliche Weise wurde jeder belohnt, der einen fremden oder ein-heimischen Ruhestörer cinbrachtc, der das Volk zur Widersetzlichkeitgegen die Regierung oder zn verbotenen, aufrührerischen Zusam-menkünften zu verleiten suchte, und durch Zeugen seines Vergehensüberwiesen werden konnte. Desgleichen wurden alle, welche inihren Häusern Landstreicher und Fremde ohne Pässe, aufrührerischeReden n. dgl. in. duldeten, ohne der Obrigkeit ungesäumte Nach-richt zn ertheilen, straffällig erklärt.

In Verbindung mit einigen redlichen und wohlhabenden Män-nern in allen Gemeinden, welchen, ihres eigenen Vortheils willen,jeder Tumult des zaumlosen Pöbels verhaßt sein mußte, ward ichfast täglich von der Lage und Sinnesart aller Dorfschaften belehrt.Ich kannte die Gänge und Reden der Lärmlustigen, ihre Hoffnun-gen, Besorgnisse und Vorsätze. Es genügte, einzelne derselbenvor mich zu berufen, sie mit Freundlichkeit oder Ernst zn warnenund znrechtzuweiscn, um gcräuschvollern Austritten vorzubengen.

Doch jeder.Tag gab den Verhältnissen und Gcmüthcrn andereGestalt und Farbe. Nichts war zuverlässig, nichts bleibend. EinAugenblick konnte zerstören, was mondenlang gebaut war.

Der Sitz der Regierung, wegen Annäherung des Kriegsschau-platzes, ward nach Bern verlegt. Man betrachtete ihre Abreisewie eine Flucht. Rachlnst und Plündernngsbegier erhoben sichunter kcckern Drohungen. Der gebeugte Stolz der Kaiserlichge-sinnten richtete sich wieder mnthiger ans. Es kam zur Frage, obman den Gesetzen noch länger zn gehorchen habe? Die Beamtensanken in dumpfes Verzagen, und wagten kaum noch. Befehle znvollziehen. Andere entfernten sich von ihren Posten. Von Matt,