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Volk, vom Mcinungshaß unter einander entflammt, verzweiflnngS-voll gehorchen und sich anflehnen; eine Regierung hingestellt inden Mittelpunkt des Strudels unbändiger Leidenschaften nnd außer-ordentlicher Ereignisse, bald auf Grundsätzen fußend, bald mitWillkür schaltend, stets den Eingebungen der Furcht und Hoffnung,der Verzweiflung und dem Drang der Umstände nachgebend.
Es drängte sich mit jeder Woche eine Flut von neuen Ge-setzen, Beschlüssen und Verordnungen ans dem Schoos der gesetz-gebenden Versammlungen; allein die wenigsten wurden vom Volkgelesen, noch weniger verstanden, alle aber, wegen ihrer Menge,selbst von Beamten vergessen. So breitete sich Anarchie ans, wäh-rend die Regierung sich in fruchtloser Thätigkcit ermüdete.
Im Bezirk von Nidwalden standen bei meiner Ankunft nochzwei Kompagnien Lemancr Milizen. Sie mußten, während dieFranken in Uri gegen die Kaiserlichen kämpften, die Gcbirgöhöhenvon Emmetten nnd Seelisberg gegen Uri besetzen. Ihre Zahl warzn schwach, »m bei der Menge der Mißvergnügten im Lande einemAufstand zu begegnen. Nur die allergeschärfteste Polizei konnte dieinnere Ordnung sichern, indem sie jeden Funken des Aufruhrs ent-decken nnd unterdrücken mußte. Aber bei dem Mißmuth nnd derUnfreundlichkeit des Volks, bei den Hindernissen, welche die Ge-birge, Waldungen und zerstreut liegenden Häuser der Beobachtungfremder nnd einheimischer Aufwiegler, Landstreicher und Emissärein den Weg stellten; bei der Schlaffheit oder Unwissenheit derAgenten nnd Munizipalitäten in den Dorfschaften, war cs fastunmöglich, Polizei zn handhaben, an der es übrigens damals lnder ganzen Schweiz gebrach.
Inzwischen ließ der Charakter des gemeinen Volks in seinerBegierde, Geld ohne viele Mühe zu verdienen, ein erträglichesHilfsmittel erblicken. Die Verordnung, daß jeder Reisende mitPässen versehen sein sollte, wurde geschärft, nnd jeder Bürger er-