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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
Entstehung
Seite
311
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erneuern, und undankbar meine Nachsicht M Quelle unsäglicherNebel verwandeln würden. Allein ich hatte niemals Ursache, meinVerfahren zn bereue». Ich begnügte mich, nur gegen sehr WenigeStrenge zu üben; aber diese Wenigen waren solche, deren sitt-licher Lebenswandel, auch ohne Rücksicht auf politische Meinung,rügenswerth war.

Rohe, kraftvolle, durch harte Schicksale zn leidenschaftlicherVerwilderung hingerissene Gemüthcr können durch Druck und Ver-folgung mir erbitterter und vcrzweiflnngsvoller werden; menschen-freundliche Theilnahme an ihrem Verhängnisse kann sic allein zurVersöhnung und Ruhe zurücklcitcn, wenn von der andern SeiteKlugheit und Stärke gepaart, Empörungsvcrsuche im ersten Keimetilgen.

Pta» muß die größte Behutsamkeit in Wahl der Straf-akten sogenannter revolutionärer Verbrechen anwendcn. Dermachthabende Staatsmann vergißt gar oft, daß er, durch einenleichten Fingerdruck im Mittelpunkte der Ungeheuern Staats-maschinc, Zentner emporschncllt; und daß unter dem sanften Zugeseiner Feder Geschlechter weinend an den Bettelstab stürzen. Eraber sieht nicht die Zentnerlasten, nicht die Thräncn und Bettel-stäbe, und hält sich selbst für mäßig, weise und gerecht!

Niemand, der seiner Meinungen willen duldet, glaubt Ver-brecher zn sein. Denn so lange er für dieselben duldet, hält er-ste noch für Wahrheiten und jeder Aufopferung würdig. Inseinen Augen ist derjenige der Verbrecher, welcher ihn leidenläßt; der Duldende ist Märtyrer.

Alle Strafen der Welt können keine Ueberzeugungen ändern.Der Arm des weltlichen Richters reicht nicht hinüber in das Ge-biet des Gewissens; dahin erstreckt sich nur Lehre des Bessern.

Es ist also zwecklos, irgend einen Bürger wegen seiner politi-schen Meinungen zu strafen, oder gar (ungesetzlich) zu verfolgen.