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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
Entstehung
Seite
308
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Von einem meiner ehemaligen Zöglinge, Johannes Denzvon Chnr, als Sekretär begleitet, trat ich am 15. Mai ans Ufervon Stansstaad, und unter die Ruinen dieses Dorfes. Man warschon mit dem Bau des obrigkeitlichen Waarenhauses und der zwi-schen hier und Stans zerstreuten Heuställe ziemlich vorgerückt. Hi»und wieder sah man Leute im Schutte der Haustrümmer wühlen.

Im Sommer 1796 hatte ich diese Landschaft in ihrer ganzenLieblichkeit erblickt, jetzt in ihrer Verödung. Links und rechtsAschen- und Steinhaufen, vielleicht Gräber der Unglücklichen,welche das Opfer ihrer Unwissenheit und Schwärmerei gewordenwaren.

Während wir mit Schmerz bei jenen traurigen Gegenständenverweilten, konnten wir doch nirgends in den Gesichtern, die unsbegegneten, Spuren einer Schwermuth wahrnehmen, wie wir sieerwarteten. Auch späterhin hatte ich oft Gelegenheit, die gefühl-lose Gleichgültigkeit der Landlcute beim Anblick ihres Elendes zubemerken.

Aber dieser Stoizismus, weit entfernt, die Folge stolzer Seclen-grvße oder gewaltiger Leidenschaft zu sein, wie Dichter und hoch-herzige Flugblätter gern glauben machen wollten, schien mir selbstnicht einmal Frucht der Gewöhnung an den Bildern des Elendszu sein. Abwesenheit jenes Gefühls, welches an fremder, wieeigener Noth mit Wärme Theil nimmt; Unbehilflichkeit des Vor-stellungsvermögens, welches nicht mit Gewandtheit Ursachen undFolgen, Vergangenheit und Zukunft verknüpfen, noch die Massedes Uebels in allen seinen Theilen, als erschütterndes Ganze, über-schauen kann; Kleben am Bedürfniß des Augenblicks bewirkenbei ungebildeten Völkern, was wir an veredelten Menschen als er-habene Kraft bewundern.