304
werde». Wie nun diese, so mannigfach gekränkten, Diener derKirche erklärten, glaubten die gntmüthigen Laien?)
Im Waadt kan de weihcte man seinen Gehorsam alle» Ver-ordnungen. Doch lebhafter Enthusiasmus für die Konstitution ge-brach auch hier, und zwar aus Ursachen, welche denen in andernTheilen Helveticas ganz entgegengesetzt waren. Man forderte un-cntgeldliche Aufhebung aller Fcndallasten, und hatte sie vonder Revolution als eine der ersten Früchte erwartet. Die Loskäuf-lichkeitserklärung der Lasten, welche noch vor Kurzem als Wohl-that angesehen worden wäre, galt nun einer Tirannei gleich. Dazukam Unzufriedenheit derer, welche sich durch die Aushebung derkleinen Ortsvorrechte verwundet fühlten, oder den Werth ihrerGemeindsbürgerschaften sinken sahen?*)
Basel, die Stadt, welche nur aus Furcht in den Strom derRevolution getaucht hatte, theiltc nicht mit dem Volke ihrer Land-schaft die Freude an den großen Umwandlungen. Zwar zählte sieauch in ihren Ringmauern manchen entschiedenen Republikaner,aber mehrere noch erblickten in dem Waffenglanz der neuen Koali-tion und der aus dem tiefsten Norden durch Europa ziehendenRussen die Morgenröihe ihrer alten Herrschaft wieder. — Unterder Mittlern und ärmern Klaffe der Handwerker aber entspann sichvorzüglich Furcht wegen gänzlicher Aufhebung der Innungen undZünfte, und Einführung der Gewerbsfreihcit?** ***) )
Der Kanton Bern seufzte vornehmlich über Druck vom frän-kischen Kriegsvolk. Die Stadt bedauerte ihre verlorene Hoheit.
*) Bericht des RcgiernngSstatthalterS Bott, vom September.
**) Polier, Negtcrnngsstatthaltcr vcS Kantons Leman, Berichte vomMonat Oktober und November.
***) Schmid, Regierungsstatthalters von Basel, Bericht vom Oktoberund November.