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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
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13.

Sobald Stille in die Wellen des Sees trat, eilte Von Matt,der Regierungsstatthalter, gen Uri. Auch aus entlegenen Gegen-den zog die Macht des Mitleids Beistand dahin. Die Negierungweihte ihre Sorgen dem Tröste der Urner. Es wurden Maßregelnzur >Wiedererban»ng des eingcäschcrte» Fleckens ergriffen. Vielesammelten Geld unter sich, den Elenden zu helfen, und durch ihrBeispiel die Nation zu ermuntern.

Aber über Altorfs Schutthügeln ward die Fahne des Aufruhrserhoben.

Der Erzherzog Karl hatte schon in den letzten Tagen desMärzes den französischen Feldherrn Jourdan geschlagen, und imVerfolg seiner Siege Schaffhausen erobert, Eglisau im Kan-ton Zürich besetzt. Gleiche Niederlagen erfuhren die fränkischenHeerein Italien, wo die kaiserlichen Feldherren Kray, Melasund der russische Oberbefehlshaber Suwarow bis Mailandsiegreich vorgedrungen, mit dem rechten Flügel ihrer Heere, an diesüdliche Schweiz streiften.

Schon am 25. April erschienen Bauern des Neußthales mitder alten Urnerkokardc, schwarz und gelb, und liefen bewaffnet inSoldatenkleidern mit gelben Aufschlägen zusammen. DerNegierungs-statthalter Von Matt, welcher zur Dämpfung des Aufstandes her-beigeeilt war, ward mit Steinen geworfen. Die Bauern hieltenam 26. April Landsgcmeinde. Laien und Priester forderten dasVolk zum Krcuzzug gegen die Franzosen auf.

An die Spitze der Urner schwang sich ein junger, fantastischerMann, Namens Vincenz Schmid. Mit einigen doch wenig ge-bildeten Anlagen des Geistes verband er einen Familienstolz, dessenAnsprüche ans Abenteuerliche rührten und Gemüthsverwirrung ahnenließen.*) Retter des Vaterlandes zu werden, ermahnte er in hoch-

*) Zn schwülstigem Style hat er die Geschichte von Uri beschrieben.