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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
Entstehung
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293
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Aber durch die flehentlichen Vorstellungen des Unterstatthaltcrsbewogen, der dom Niederschieße» einer Kirche plötzlichen Aufstandder Bauern besorgte, unterließ er sein Vorhaben. So ward ganzMors in wenigen Stunde» ein Raub der Brunst.

Von der Seeseite konnte Niemand den Nothlcidendcn zu Hilfeeilen, weil die Wuth des Föhns Schifffahrt unmöglich machte. Dochans den benachbarten Dorfschaftcn des ThalcS strömten Landlentegenug herbei. Sie kamen zu dem Brande, sahen die Flammen,sahen die bleichen Gesichter stummer Verzweiflung, horten Geschreiund Wehklagen der Alten und Jungen und halfen nicht. Kalt-blütig zündeten manche Bauern ihre Pfeife an beim Feuer, dasHab und Gut ihrer Brüder wegfraß. Manche ließen sich don denKaufleuten mit harten Thalern zahlen, einen Ballen Waare zuretten. Mancher nahm das dargcbotene Geld, lachte und gingdavon. Mancher versuchte, sich zwischen den Flammen etwas zucrstehlen. Nur die vier Kompagnien der fränkischen Besatzungstanden den Nothleidenden männlich und am treusten bei. Sic gabenihr ganzes Mehlmagazin, das sie retteten, und all ihr Brod denMörsern, und verließen erst die Brandstätte, um nicht selbst Hun-ger zu leiden.

Der Mensch, in Rohheit und thierischem Bedürfniß erwachsen,kann hart und im Zorne grausam sein. Doch nicht lange, und diezarten Gefühle der Menschlichkeit erwachen wieder unter der stehen-den Stimme des Unglücklichen. Er überläßt sich dem Zuge derschöner» Natur, und wird barmherzig. Aber sendet ihm Männer,welche die Gefühle der Natur mit dem Gifte der Meinungen tödtenund todte Werkheiligkeit pflanzen an deren Stelle; verwirret mitBlendwerk die wenigen Begriffe des Halbwilden, und setzet ihmfrommes Vorurtheil an die Seite unbändiger Leidenschaft: er wirdschrecklicher, als Wolf und Bär des Waldes.