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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
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Vorsteher gebot Stillschweigen, und sst weigerte sich, dergleichenvorzuzeigen, auch wenn er es empfangen hätte*).

Während dieses Zankes der hochwürdigen Männer hatten sich,zufällig, oder heimlich berufe», mehrere Bauern beim Kloster zu-sammengerottet. Ihr wildes Ansehen nnd Toben verkündete, daßihnen schon die Gcwiffcnsfrage gelösct sei. Ihr lärmendes Wesenward zum Mittel, diejenigen Glieder des Kapitels znrückzuschrecken,welche wider den Sinn der Käsli, Lüssi, Kaiser u. s. f. wagenwürden, den Eid gefahrlos zn nennen.

Der Klerus ließ den Statthalter abtretcn, um endlich den Ent-schluß zu fassen. Nach herbem Wortwechsel ward beschlossen:demhochwürdigste» Bischof nach Konstanz alle Umstände, den am 7. Aprilgeschehenen feierlichen Eid, die Stimmung des Volkes vorzustellcn,und sein Gutachten in dieser wichtigen Angelegenheit zu vernehmen."

Inzwischen war der Statthalter von den zusammengeströmtenBauern im Garten des Kapuzinerklosters umringt worden. Sieschrien ihm zu:Kein Eid! kein Eid! Verflucht sind die heillosenKetzer und Schelmen, die ihn fordern!"

Der Statthalter versuchte die Verblendeten znrückzuführen; ersprach vom Zweck des Eides, und von der Gefahrlosigkeit der Re-ligion. Umsonst. Seine Worte wurden Oel in «»geschürten Flam-men. Grimm blitzte aus Aller Angen. Sein Ernst vermehrte ihrWüthen. Man fluchte ihm, als einem Feinde Gottes nnd derPriester; man stürzte auf ihn ein. Seine obrigkeitliche Würdeward vergessen. Von Neligionswuth nnd Wein benebelt, drohteder Schwarm ihm den Tod, nnd die Drohung ward That. Einer

*) Prozeßakten contra Kaspar Joseph Liissi, Helfer zn Stanö. Oe-^ositio Nr. K. 9. 10. Die Ursachen der Weigerung scheint Liissiselbst anzngcben in ver Broschüre:Der schreckliche Tag" :c. Notezn Seite 50.