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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
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246
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gegen die Ausnahme der Priester vor den Gesetzen protestirt?Man sagt euch, die Kapitulation werde gebrochen, so ihr mit denFranken schlosset, lind worin wird sie denn gebrochen? Eure Re-ligion blieb ungefährdet; euer Eigenthnm, eure Sicherheit ist anskeine Weise verletzt worden; keine Truppen berührten den Bodeneurer Heimat. O, Mitbürger, noch ward der Vertrag nichtgebrochen. Wollt ihr ih» selbst vernichten? Ihr seid ans dem Wegedazu. Aber dann sprechet mir nichts mehr von Religion, von ihrenDienern, und von der Kapitulation. Sie sind dann nur der Deck-mantel eurer Nngcbundenheit! Ihr tröstet euch mit der Hilfedes Kaisers? Noch steht der Friede von Eampo-Formio. Abersollte er zerrissen werden, wird die Nation, deren Waffen seit sechsJahren die Hälfte unsers Welttheils bezwangen, vor dem ent-kräfteten Oesterreich fallen? Und könnet ihr, Landlente vonUnterwalden, Abkömmlinge eines Banmgarte», eines Melch-thal, vielleicht durch eigene Thorhcit fremden Fürsten hingeworfenwerden wollen zur Entschädigung? O so müsset ihr erst schamvolldie Geschichten unserer Väter verbrennen; ihr müßt erst die ehr-würdigen Denkmäler ihrer Thaten niederreißen. Wollt ihr das?Könnet ihr das? Bürger, Brüder, alte Freunde, nein! Ihr wäretgetäuscht, betrogen, und kanntet den Abgrund nicht, an den maneuch vcrrätherischer Weise gelockt hat!"

So redete Von Matt, der Ncgiernngsstatthaltcr. Allein dierührendste Kraft des Wortes verlor ihre Gewalt über die befangenenGemüther; die Schilderungen grenzenlosen Unglücks, wohin derWahnsinn leite, wurden, gleich Weissagungen der Feigheit, belächelt.

Die Priester erklärten, daß keiner den Bürgereid oblegen würde,ohne Erlaubniß des Bischofs von Konstanz. Der Pfarrer vonEnnetmoos wiederholte feierlich dieses Wort. Die Bauern rausch-ten Beifall. Von Matts Ermahnungen waren vereitelt. Er ver-